Wittenberger Schüler entwickeln innovative Hautcreme für Bundesfinale von Jugend forscht
Wittenberger Schüler mit Hautcreme für Jugend forscht Bundesfinale

Wittenberger Schüler forschen mit innovativer Hautcreme für Bundeswettbewerb

Während viele Gleichaltrige ihre Freizeit mit Freizeitaktivitäten verbringen, arbeiten vier Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums Wittenberge wie echte Wissenschaftler. Pepe Thomas, Erik Kasulke, Magnus Nickel und Emely Lenz haben eine spezielle Hautcreme entwickelt, deren Inhaltsstoffe dem natürlichen Lipidsystem der Haut nachempfunden sind. Mit diesem Projekt wollen sie sich in diesem Jahr für das Bundesfinale des renommierten Wettbewerbs Jugend forscht qualifizieren.

Von der Idee zum Forschungsprojekt

Seit 2021 nehmen die Jugendlichen regelmäßig an dem Wettbewerb teil und konnten bereits im vergangenen Jahr das Finale des Landeswettbewerbs erreichen. Dort erhielten sie zwar den Sonderpreis des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke, doch die Enttäuschung war groß, als ihre Kategorie Arbeitswelt im Losverfahren für den Bundeswettbewerb ausscheiden musste. Dieses Jahr wollen sie es unbedingt schaffen, erklärt Pepe Thomas entschlossen.

Die vier Elftklässler verbringen auch nachmittags, wenn andere Schüler längst zu Hause sind, Zeit im Chemielabor ihrer Schule. Sie haben sich auf die Herstellung von naturbelassenen Hautpflegemitteln spezialisiert, die komplett ohne künstliche Zusatzstoffe auskommen. Ihre bereits im Vorjahr entwickelte Hautcreme haben sie nun weiter verbessert – mit einem ungewöhnlichen Inhaltsstoff: Kaffeesatz.

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Innovative Rezeptur mit Kaffeeöl

Der wichtigste Bestandteil unserer Creme ist das Kaffeeöl, erläutert Erik Kasulke. Die darin enthaltenen Fettsäuren kommen auch in der menschlichen Haut vor, wie die jungen Forscher in ihrer Literaturrecherche herausfanden. Eine Berliner Firma befreit den Kaffeesatz zunächst vom Koffein, dann gewinnen die Schüler durch Kaltpressung selbst das wertvolle Öl.

Die Hautcreme wird nach streng wissenschaftlichen Kriterien getestet: 100 Probanden probieren das Produkt aus und beantworten detaillierte Fragebögen. Dabei werden Geruch, Farbe, Wirksamkeit und subjektive Eindrücke erfasst, differenziert nach Alter, Geschlecht und Beruf der Testpersonen. Bei Männern kommt die Creme etwas besser an, berichtet Pepe Thomas von den bisherigen Ergebnissen. Etwa 40 Prozent stören sich an der dunklen Farbe, beim Geruch sind die Meinungen geteilt.

Natürliche Pflege für beanspruchte Haut

Der Geruch des Kaffeeöls ist zwar dominant und die Creme fettet reichhaltig ein, doch genau das macht sie besonders geeignet für Menschen mit beanspruchter Haut. Bauarbeiter, Handwerker oder Personen, die häufig mit Chemikalien arbeiten, könnten von der regenerierenden Wirkung profitieren.

Unsere Creme ist so natürlich wie möglich, betont Magnus Nickel. Wir verwenden keine Duftstoffe und haben versucht, das Hautlipidsystem als Creme nachzubilden. Auf Wunsch könnte das Produkt jedoch auch individualisiert werden, falls Kunden spezielle Vorlieben haben.

Unterstützung und Zukunftsperspektiven

Die vier Schüler erhalten für ihre Arbeit breite Unterstützung: Neben der VR Bank und dem Wittenberger Chemiker Dr. Klaus Otto hilft auch die Firma IOI Oleo mit Materialien wie Aktivkohle und Bleicherde bei der Weiterentwicklung des Produkts. Auch ihre Schule steht voll hinter dem Projekt – schließlich ist sie ihrer Namensgeberin Marie Curie verpflichtet, die selbst zwei Nobelpreise in naturwissenschaftlichen Disziplinen erhielt.

Chemielehrer Hannes Rädel erinnert sich: Vor fünf Jahren wollten wir etwas in Richtung Jugend forscht unternehmen und fanden ausschließlich Schüler der damaligen 7. Klasse. Vier von ihnen sind bis heute dabei geblieben und haben ihre Leidenschaft für die Naturwissenschaften bewahrt.

Nach dem Abitur im nächsten Jahr wollen alle vier in naturwissenschaftlichen Bereichen bleiben: Magnus Nickel plant ein Chemiestudium, Erik Kasulke möchte Medizin studieren und Pepe Thomas zieht es zur Physik.

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Der Weg zum Bundesfinale

Zunächst gilt es jedoch, den aktuellen Wettbewerb zu meistern: In der kommenden Woche beginnt der Regionalwettbewerb in Brandenburg an der Havel, dann folgt hoffentlich im März der Landeswettbewerb in Schwarzheide im Oberspreewald-Lausitz. Wenn alles nach Plan verläuft, könnte im Sommer der Bundesausscheid im bayerischen Herzogenaurach anstehen – und vielleicht sogar die Gründung eines eigenen Unternehmens zur Herstellung der innovativen Hautcreme.