Mexiko sorgt mit einem radikalen Schritt im Bildungswesen für Aufsehen: Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 werden die Sommerferien für mehr als 24 Millionen Schüler drastisch verlängert. Statt der üblichen sechs Wochen Pause genießen die Kinder und Jugendlichen in diesem Jahr fast drei Monate schulfrei – vom 5. Juni bis zum 31. August. Die Entscheidung des mexikanischen Bildungsministeriums stützt sich offiziell auf zwei Gründe: die erwarteten Verkehrsprobleme während der WM und die hohen Temperaturen im Sommer.
Hintergrund der XXL-Ferien
Mexiko ist gemeinsam mit den USA und Kanada Gastgeber des Turniers, das am 11. Juni mit dem Eröffnungsspiel im legendären Aztekenstadion in Mexiko-Stadt startet. Bereits zuvor hatte die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Clara Brugada, vorgeschlagen, an Spieltagen Schulen zu schließen und verstärkt auf Homeoffice zu setzen, um Staus und überfüllte öffentliche Verkehrsmittel zu vermeiden. Die Regierung folgte nun dieser Linie, allerdings in einem deutlich größeren Umfang.
Kritik von Eltern und Bildungsexperten
Die Entscheidung stößt auf heftige Kritik. Elternvertreter und Bildungsexperten schlagen Alarm. „Die Bildung unserer Kinder darf nicht für eine Sportveranstaltung geopfert werden“, heißt es vom nationalen Elternverband UNPF. Auch Bildungsaktivisten warnen vor den Folgen. Patricia Vázquez von der Initiative „Mexicanos Primero“ betont: „Jeder Schultag zählt – besonders für Kinder mit Lernrückständen.“ Tatsächlich kämpft Mexikos Bildungssystem seit Jahren mit Problemen. Viele Schüler haben noch immer Defizite, die unter anderem durch die Corona-Pandemie verstärkt wurden. Kritiker befürchten, dass die verlängerten Ferien diese Lage weiter verschärfen könnten.
Während sich Fußballfans auf ein großes Turnier freuen, wächst gleichzeitig die Sorge um die Zukunft der Schüler. Die Debatte um die Prioritätensetzung zwischen Sportgroßereignissen und Bildung ist damit neu entfacht.



