DRK sagt Ostereiersuche ab: Erwachsene plündern Nester und beschimpfen Ehrenamtliche
DRK beendet Ostereiersuche nach Plünderungen und Beschimpfungen

Traditionelles Osterfest endgültig beendet

Eine beliebte Osterveranstaltung in Bochum-Wattenscheid findet nach mehreren Jahren nicht mehr statt. Das Deutsche Rote Kreuz hat die traditionelle Ostereiersuche im Stadtgarten abgesagt, nachdem es im vergangenen Jahr zu unschönen Vorfällen kam. Erwachsene Teilnehmer plünderten die versteckten Überraschungen und beschimpften die ehrenamtlichen Helfer massiv.

Fünf Jahre erfolgreiche Tradition

Vor fünf Jahren übernahm das DRK die Veranstaltung von einem Bürgerverein und führte sie erfolgreich weiter. Jedes Jahr versteckten die Freiwilligen zwischen 5000 und 7000 bunt gefärbte Eier sowie etwa 350 Schokohasen im Park. Rund 2000 Teilnehmer, vor allem Familien mit Kindern, nahmen an der Suche teil und freuten sich über die festliche Atmosphäre.

Eskalation im vergangenen Jahr

Doch im vergangenen Jahr eskalierte die Situation völlig. Noch während die Ehrenamtlichen die Überraschungen versteckten, begannen Erwachsene bereits, die Ostereier einzusammeln. "Einige haben den Hals einfach nicht voll bekommen", berichtet Christian Lange (53), Sprecher und Mitglied des Präsidiums vom DRK Wattenscheid. "Manche Familien sind mit 15 Eiern nach Hause gegangen."

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Besonders erschreckend: Auch kinderlose Erwachsene sammelten körbeweise Eier ein. "Mir sind Erwachsene ohne Kinder aus dem Park entgegengekommen mit einem ganzen Korb oder Karton voller Eier", so Lange. "Teilweise waren sie einfach auf ihrer Gassirunde unterwegs. Da habe ich mich auch gefragt: Warum muss ich als Erwachsener 20 bunte Eier mitnehmen, die ich für 3 Euro im Supermarkt bekomme?"

Traurige Kinder und wütende Eltern

Die Konsequenzen waren verheerend: Zum offiziellen Start der Veranstaltung waren für viele Kinder keine Eier mehr vorhanden. Die Folge waren enttäuschte Kinder und verärgerte Eltern, die ihren Frust an den Ehrenamtlichen ausließen. "Unsere Ehrenamtlichen wurden von den Eltern beschimpft", erklärt Lange. "Im Sinne von: Scheiß Organisation! Ihr seid zu doof! Und das waren noch die netteren Worte."

Personelle Grenzen und endgültige Entscheidung

Das DRK überlegte zunächst, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Die sechs Parkeingänge hätten kontrolliert werden sollen, um frühzeitiges Suchen zu verhindern. Doch "das hätten wir personell aber gar nicht gestemmt bekommen", gibt Lange zu bedenken. Nach der Veranstaltung äußerten die Freiwilligen deutlich, dass sie sich für ihr Ehrenamt nicht auch noch beschimpfen lassen wollten.

Die endgültige Absage fiel dem DRK schwer. "Eigentlich war es mehrheitlich eine schöne Veranstaltung", betont Lange. "Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen, wir bedauern das sehr. Aber wir müssen auch unsere Ehrenamtlichen schützen." Damit endet eine jahrelange Tradition, die vielen Familien Freude bereitete, aufgrund des respektlosen Verhaltens einiger Erwachsener.

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