Lebensgroßer Esel wirbt in Halles Marktkirche für Bürgerpreis und Ehrenamt
Esel in Marktkirche Halle wirbt für Bürgerpreis und Ehrenamt

Lebensgroßer Esel als Botschafter für Ehrenamt in Halles Marktkirche

In der Marktkirche zu Halle (Saale) steht derzeit ein ungewöhnlicher Gast: Ein lebensgroßer Esel, der als Requisite einst im Neuen Theater bei der Aufführung von „Don Quichotte“ eine Hauptrolle spielte, wirbt bis zum 2. April für den Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“. Das stumme Grautier hat eine wichtige Mission – es soll Engagierte für die Auszeichnung sichtbar machen und zur Nominierung anregen. Nach seinem Aufenthalt in der Kirche wird der Esel an weiteren Orten in der Stadt Station machen, darunter im Neustadt Centrum, im Welcome-Treff, in der Stadtbibliothek am Hallmarkt und in der Volksbank.

120 Ehrenamtliche als Rückgrat der Kirchengemeinde

Für Marktkirchen-Pfarrerin Simone Carstens-Kant ist der Esel in der Kirche eine willkommene und symbolträchtige Erscheinung. „In der Marktkirchengemeinde sind 120 Ehrenamtliche aktiv. Ohne sie wäre hier nichts zu machen“, betont die Geistliche nachdrücklich. Sie unterstützt die Aktion aus voller Überzeugung, da sie Freiwillige und ihren unverzichtbaren Einsatz stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken möchte. „Zudem ist das Ehrenamt der Ursprung des Christentums“, ergänzt Carstens-Kant mit theologischer Tiefe. Jesus und seine Jünger hätten von den Gaben der Menschen gelebt, und die ersten christlichen Gemeinden kannten noch keine hauptamtlichen Prediger.

Der Esel passte auch perfekt in den Familiengottesdienst am Palmsonntag, denn laut biblischer Überlieferung ritt Jesus an diesem Tag auf einem Esel in Jerusalem ein, während die Bewohner mit Palmzweigen jubelten. Diese Szene konnte in diesem Jahr dank des tierischen Gastes besonders plastisch nachgespielt werden, was die Verbindung von Tradition und gegenwärtigem Engagement unterstreicht.

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Das Leben der Marktkirche ruht auf freiwilligen Schultern

Nur sieben Personen, einige davon in Teilzeitstellen, sorgen hauptamtlich für das Leben in der historischen Marktkirche. Zu diesem kleinen Team gehören neben Pfarrerin Carstens-Kant unter anderem Kantorin Anna Scholl, ein Küster und eine Sekretärin. Dass die Kirche täglich für Besucher geöffnet sein kann, dafür stehen allein 30 Freiwillige bereit, die sich im Besuchsdienst engagieren. „Aber auch der Gemeindekirchenrat mit seinen elf Mitgliedern und die 50-köpfige Kantorei sind rein ehrenamtlich tätig“, erklärt die Pfarrerin.

Der Seniorenchor, der Seniorenbesuchsdienst, das Archiv – all diese Bereiche werden ausschließlich von Freiwilligen getragen. Simone Carstens-Kant betont, dass niemand in Einsamkeit leben müsse, denn die Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche seien vielfältig: „Von der Hausaufgabenhilfe in der Schule bis zum Vorlesen in der Kita.“ An zahlreichen Stellen biete sich ein sinnerfüllendes Ehrenamt an, das sowohl der Gemeinschaft als auch dem Einzelnen zugutekomme.

Nominierungsphase für den Bürgerpreis läuft bis Mitte Mai

Genau diese engagierten Menschen sollen mit der Nominierung für den Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ gewürdigt und hervorgehoben werden. Der Preis wird auch in diesem Jahr an Personen und Organisationen verliehen, die sich in Halle und dem Saalekreis für ihre Mitmenschen einsetzen. Vorgeschlagen werden können Menschen jeden Alters, Vereine, lose Gruppen oder Initiativen über die Website www.esel-auf-rosen.de. Die Nominierungsphase läuft noch bis zum 16. Mai.

Eine fachkundige Jury wird über die Gewinner entscheiden, die am 22. August im Neuen Theater Halle feierlich ausgezeichnet werden. Der Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“ ist eine gemeinsame Initiative der Mitteldeutschen Zeitung, der Volksbank und des Neuen Theaters. Er steht symbolisch für die Wertschätzung des bürgerschaftlichen Engagements, das wie ein Esel, der auf Rosen geht, das Besondere im Alltäglichen sichtbar macht.

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