Stadtsportbund Halle kämpft gegen Ehrenamtsmangel: Neue Anreize für Übungsleiter und mehr Bewegung
Stadtsportbund Halle: Kampf gegen Ehrenamtsmangel im Sport

Stadtsportbund Halle kämpft gegen schwindende Ehrenamtsbereitschaft

In der Saalestadt Halle engagieren sich derzeit rund 3.000 Ehrenamtliche in 187 Sportvereinen als Vorstände, Übungsleiter oder Schiedsrichter. Doch dieser wichtige Einsatz droht langfristig zu schwinden. Carsten Voigt, Geschäftsführer des Stadtsportbundes (SSB), beobachtet mit Sorge, dass immer mehr Engagierte altersbedingt ausscheiden. „Für neue oder zusätzliche Angebote gibt es niemanden, der das übernehmen kann oder will“, stellt er fest. Diese Entwicklung will der Verband nicht tatenlos hinnehmen und hat deshalb ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt.

Finanzielle Anreize und kostenlose Kurse sollen helfen

Um den Nachwuchs an Übungsleitern zu fördern, erstattet der Stadtsportbund drei Viertel der Kosten für die notwendige Lizenzausbildung. Diese umfasst mindestens einen Kurs an vier Wochenenden. Zusätzlich bietet der SSB den erforderlichen Erste-Hilfe-Kurs kostenlos an. „Wir wollen die Leute motivieren“, betont Voigt. Sportstudenten können zudem eine verkürzte Ausbildung absolvieren, um den Einstieg zu erleichtern. Trotz dieser Bemühungen bleibt die Situation angespannt. Aktuell verzeichnet der Verband nur einen kleinen Zuwachs an Aktiven im Reha- und Gesundheitssport, der meist ältere Menschen anspricht.

Kinder in Bewegung bringen wird zur Herausforderung

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Nachwuchsgewinnung. „Wir wollen auch Kinder in Bewegung bringen“, erklärt Voigt. Doch der demografische Wandel erschwert dieses Vorhaben: Es gibt immer weniger Kinder, und damit fehlt auch der sportliche Nachwuchs. In Sachsen-Anhalt sind nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung Mitglied in einem Sportverein – deutlich weniger als in westdeutschen Bundesländern, wo die Quote über 30 Prozent liegt. Um dem entgegenzuwirken, plant der Stadtsportbund für den Sommer ein großes Sportfest. Zudem wurden Schulsozialarbeiter über die Möglichkeit informiert, dass über die Agentur für Arbeit und das Programm „Bildung und Teilhabe“ Mitgliedsbeiträge für Sportvereine erstattet werden können. „Das wird viel zu wenig genutzt“, bedauert Voigt.

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Sozialfonds und vielfältiges Sportangebot

Der Stadtsportbund unterhält einen Sozialfonds, der ausschließlich durch Spenden finanziert wird. Aus diesem können Sportreisen oder Ausrüstung mit bis zu 60 Euro bezuschusst werden. Trotz der schwierigen Lage beim Ehrenamt bietet Halle noch ein beeindruckend vielfältiges Sportangebot. Exakt 954 Sportarten stehen zur Auswahl – von American Football über Radpolo bis hin zu Ultimate Frisbee. „Eigentlich ist für jeden was dabei“, so Voigt.

Bürgerpreis ehrt engagierte Hallenser

Parallel zu diesen Maßnahmen läuft die Nominierungsphase für den Bürgerpreis „Der Esel, der auf Rosen geht“. Bis zum 16. Mai können engagierte Menschen aus Halle und dem Saalekreis auf der Homepage www.esel-auf-rosen.de vorgeschlagen werden. Die Auszeichnung, eine Initiative der Mitteldeutschen Zeitung, des Neuen Theaters und der Volksbank Halle, wird seit 2003 verliehen. Eine Jury entscheidet über die Preisträger, die am 28. August bei einer feierlichen Zeremonie im Neuen Theater geehrt werden. Dieser Preis soll das Ehrenamt ins Rampenlicht rücken und die Wertschätzung für freiwilliges Engagement steigern.

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