Deutschland erreicht historischen Tiefpunkt bei Geburten
Die Geburtenrate in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand aller Zeiten gesunken. Im Jahr 2025 kamen nur noch etwa 650.000 Babys zur Welt – das sind rund 20.000 Kinder weniger als im Vorjahr 2024. Immer mehr Paare rechnen genau durch, ob sie sich Nachwuchs finanziell überhaupt leisten können, und entscheiden sich dann dagegen.
Eine Familie aus Worms steht exemplarisch für die Misere
Sabrina Geffert (38) und Mike Keller (38) aus Worms in Rheinland-Pfalz bilden eine glückliche Patchworkfamilie. Sie leben mit Mias (17) und Melinas (14) Töchtern aus früheren Beziehungen sowie ihrem gemeinsamen Sohn Noah (11 Monate) in einer 3-Zimmer-Wohnung. Das Paar wünscht sich eigentlich ein weiteres gemeinsames Kind, doch die finanziellen Mittel reichen einfach nicht aus.
Die monatliche Rechnung sieht düster aus: Mike Keller betreibt einen Entsorgungsbetrieb und verdient zwischen 3500 und 4500 Euro netto im Monat. Sabrina Geffert, gelernte Verkäuferin, ist seit der Geburt ihres Sohnes nicht berufstätig. Für ihre mittlerweile zu kleine Wohnung zahlen sie 1100 Euro Miete. Hinzu kommen mindestens 2270 Euro monatliche Fixkosten für Strom, Lebensmittel, öffentliche Verkehrsmittel, Benzin und Kleidung.
Das Kindergeld von 259 Euro pro Kind deckt die Ausgaben kaum. Zudem läuft das Elterngeld für Noah in Höhe von rund 300 Euro demnächst aus. Um eine Steuervorauszahlung von 5100 Euro begleichen zu können, muss Mike Keller jetzt sogar seinen geliebten Mercedes verkaufen. Urlaub konnten sich die fünf seit zehn Jahren nicht mehr leisten.
„Wir fühlen uns vom Staat alleingelassen“
„Am Monatsende wird es bei uns immer knapp“, berichtet das Paar. „Wir wollen unsere Kinder nicht missen, aber ein weiteres Kind kommt für uns nicht infrage. Wir zahlen Steuern, ziehen die nächste Generation auf – doch echte Wertschätzung spüren wir wenig.“
Sabrina Geffert und Mike Keller fordern mehr steuerliche Entlastung für Familien in Deutschland. „Es sollte nicht so schwer sein, sich in Deutschland für Familie zu entscheiden“, betonen sie. Viele Familien teilen dieses Gefühl der mangelnden Wertschätzung und finanziellen Überlastung.
Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich: Wenn sich immer mehr Paare aus finanziellen Gründen gegen Kinder entscheiden, hat das langfristige Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft. Die Diskussion um angemessene Familienförderung und steuerliche Entlastungen gewinnt vor diesem Hintergrund weiter an Dringlichkeit.



