Tagesmutter Steffi Schwaß: Ein Leben für die Kleinsten in Bützow
Obwohl ihre eigenen Kinder mit 28, 26 und 16 Jahren längst erwachsen sind, gehört es für Steffi Schwaß aus Bützow weiterhin zum täglichen Leben, Windeln zu wechseln, laufende Nasen zu putzen und volle Töpfchen auszuleeren. Seit 22 Jahren arbeitet die 48-Jährige als Tagesmutter und betreut Kleinkinder im Alter zwischen einem und drei Jahren. „Ich habe immer noch Freude daran und kann mir nichts anderes vorstellen“, sagt die erfahrene Betreuerin mit Überzeugung.
Neue Räumlichkeiten im ehemaligen Pfarrhaus
Nach mehr als zwei Jahrzehnten in der Pustohler Chaussee ist Steffi Schwaß seit Januar 2025 in der Bahnhofstraße 34 zu finden. Dort hat sie sich mit ihrer Familie in das ehemalige Pfarrhaus eingemietet. „So lässt sich alles hervorragend verbinden“, erklärt die Tagesmutter. Für die Kleinsten steht ausreichend Platz zur Verfügung, was auch notwendig ist, da Tagesmütter bestimmten Auflagen unterliegen.
Ein separater Schlafraum, Waschraum und Gruppenraum sind vorgeschrieben. Steffi Schwaß bietet darüber hinaus einen großzügigen Eingangsbereich und Flur, der für die maximal fünf Kinder, die sie betreuen darf, genügend Raum bietet. Dieser Betreuungsschlüssel ermöglicht es ihr, besonders nah an den Kindern dran zu sein und individuell mit ihnen zu arbeiten.
Regelmäßige Weiterbildung und Qualifikation
Im Jahr 2003 absolvierte Steffi Schwaß eine Ausbildung zur Kindertagespflegeperson, vor drei Jahren folgte eine Qualifizierung zur pädagogischen Fachkraft. „Wir müssen jedes Jahr 25 Weiterbildungsstunden nachweisen. Alle fünf Jahre gibt es eine neue Pflegeerlaubnis“, erläutert die engagierte Tagesmutter. Ab September hat sie wieder zwei freie Plätze, da Zwillinge in die Kita wechseln, und ab Oktober steht ein weiterer Platz zur Verfügung.
Individueller Austausch mit den Eltern
Den täglichen Austausch mit den Eltern beschreibt Steffi Schwaß als besonders individuell und familiär. „Das Alltägliche klären wir beim Bringen oder Abholen. Es gibt aber keine Tür- und Angelgespräche“, erklärt sie. Ihr Arbeitstag beginnt normalerweise gegen 6.30 Uhr und endet um 16.30 Uhr. „Ich bin aber kein Unmensch, wenn es mal etwas früher oder später wird. Es ist ein Miteinander“, betont die Pädagogin.
Herausforderungen und Besonderheiten des Berufs
Wer so intensiv arbeitet, benötigt auch Erholung. Drei Wochen im Sommer gönnt sich Steffi Schwaß Urlaub. „Den Rest des Jahres bin ich für alle da“, sagt sie. Auf ihre Gesundheit kann sie sich glücklicherweise verlassen: „Ich habe das Glück, dass ich ein gutes Immunsystem habe. Ich glaube, ich war in den vergangenen 20 Jahren zweimal so krank, dass ich mal drei Tage im Bett gelegen habe“. In solchen Fällen muss die Einrichtung geschlossen werden, denn „unser Manko an der Kindertagespflege ist, dass wir keine Krankheitsvertretung haben“.
Neben der Kinderbetreuung und der Vor- und Nachbereitung kocht Steffi Schwaß täglich frisches Mittagessen, vorwiegend klassische Hausmannskost. Das Essensgeld ist das Einzige, was für die Eltern an Kosten anfällt. „Wir sind genauso beitragsfrei wie die großen Träger. Das wird über den Landkreis gestützt“, erklärt sie.
Nachfrageentwicklung und persönliche Zufriedenheit
Trotz der attraktiven Bedingungen beobachtet Steffi Schwaß einen Rückgang der Nachfrage. „Früher hatte ich eine Warteliste. Jetzt schrumpft die Kinderzahl. Ich bin da aber noch ganz entspannt, wir können nichts erzwingen“, sagt sie gelassen. Eine berufliche Neuorientierung kommt für sie nicht in Frage: „Ich gehöre hier her, hier bin ich vollkommen glücklich“.
„Natürlich gibt es auch anstrengende Tage“, räumt die Tagesmutter ein. Doch die Entwicklung der Kinder zu begleiten – wenn sie sprechen lernen, selbstständiger werden oder trocken werden – bereitet ihr große Freude. Wenn die Kinder mit drei Jahren in den Kindergarten wechseln, fällt ihr der Abschied schwer, doch sie weiß, dass sie sie gut vorbereitet hat.
Abwechslungsreicher Alltag und persönlicher Ausgleich
Ob viele Spaziergänge, Spielplatzbesuche oder gemeinsame Ausflüge – Steffi Schwaß sorgt stets für Abwechslung im Alltag. Donnerstags gönnt sie sich Zeit für sich selbst und besucht einen Yogakurs. Um 21 Uhr geht sie normalerweise ins Bett, um 5 Uhr steht sie wieder auf. Kurz darauf beginnt der Tag mit Windeln wechseln, Nasen putzen und Töpfchen ausleeren.
Interessierte Eltern können sich bei Steffi Schwaß unter der Telefonnummer 038461 912974 oder direkt in ihrer Einrichtung melden. Alternativ ist der Kontakt über ihre Website möglich.



