Massendemo in Berlin gegen digitale sexuelle Gewalt nach Vorwürfen gegen Christian Ulmen
Berlin: Demo gegen digitale Gewalt nach Ulmen-Vorwürfen

Massendemonstration in Berlin: Zehntausende protestieren gegen digitale sexuelle Gewalt

In der deutschen Hauptstadt Berlin haben am Wochenende mehrere Tausend Menschen gegen digitale Erniedrigung und sexualisierte Gewalt demonstriert. Die Veranstaltung mit dem Titel »Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern« fand am Brandenburger Tor statt, wo sich der Pariser Platz komplett füllte.

Auslöser: Schwere Vorwürfe gegen Christian Ulmen

Hintergrund der Großdemonstration sind die schwerwiegenden Vorwürfe, die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben hat. Über diese Vorwürfe hatte zunächst der SPIEGEL berichtet. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte daraufhin rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an und bezeichnete sie als »in großen Teilen unzulässige Verdachtsberichterstattung«.

Die Polizei sprach zunächst von deutlich mehr als tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei weiterem Zustrom, während die Veranstalter sogar von 13.000 Demonstrierenden sprachen. Auf zahlreichen Plakaten waren Slogans wie »Menschenrechte auch im Internet« und »Die Scham muss die Seiten wechseln« zu lesen.

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Fernandes: »Sexuelle Gewalt in der Mitte unserer Gesellschaft«

Collien Fernandes selbst warb für die Demonstration und schrieb auf Instagram: »Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft.« Die Kundgebung fand ausdrücklich in Solidarität mit der Moderatorin statt.

Die Klimaschutzaktivistin Theresia Crone berichtete auf der Demonstration von ihren persönlichen Erfahrungen: »Digitale Gewalt endet nicht so richtig. Sie bleibt in den Suchmaschinen, in den Köpfen.« Sie schilderte, wie ein Fake-Profil mit ihrem Namen und Gesicht sowie Fotos von sexuellen Situationen und Gewalt erstellt worden sei. »Sehr lange habe es gedauert, bis ein Täter bestraft worden sei. Und so etwas passiere tausendfach«, so Crone.

Politische Reaktionen und geplante Gesetzesreformen

Auf Bundesebene hatten Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag bereits vereinbart, das Cyberstrafrecht zu reformieren und Strafbarkeitslücken zu schließen. Konkret heißt es darin: »Bei bildbasierter sexualisierter Gewalt. Dabei erfassen wir auch Deepfakes.« Bundesjustizministerin Hubig hatte angekündigt, noch im Frühjahr einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen.

Die Demonstration zeigt den wachsenden gesellschaftlichen Druck, digitale Gewalt effektiver zu bekämpfen und Opfer besser zu schützen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer forderten lautstark, dass die Scham nicht länger bei den Opfern liegen dürfe, sondern bei den Tätern.

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