Massiver Protest in Berlin: Tausende demonstrieren gegen digitale sexualisierte Gewalt
Am 22. März 2026 haben sich mehrere tausend Menschen vor dem Brandenburger Tor in Berlin versammelt, um ein deutliches Zeichen gegen sexualisierte digitale Gewalt zu setzen. Die Demonstration stand im Zeichen der Solidarität mit der Moderatorin Collien Fernandes und zahlreichen weiteren Betroffenen, die unter dieser Form der Gewalt leiden.
Überwältigende Teilnehmerzahlen übertreffen alle Erwartungen
Die ursprünglich für 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldete Kundgebung entwickelte sich zu einem Massenprotest. Laut Polizeiangaben beteiligten sich gut 6.700 Personen an der Demonstration, während die Veranstalter sogar von rund 13.000 Anwesenden sprachen. Die Aktion wurde von dem neu gegründeten Bündnis "Feminist Fight Club!" initiiert und fand unter dem Motto "Gegen sexualisierte digitale Gewalt - Solidarität mit allen Opfern" statt.
Plakate mit klaren Botschaften und prominente Unterstützung
Die Demonstrantinnen und Demonstranten trugen eindringliche Botschaften auf ihren Plakaten. "Täter hinter Bildschirmen sind trotzdem Täter", "Schon wieder ein 'liebender' Ehemann" und "No Consent = No Content" waren einige der sichtbaren Statements. Die Initiative "Nur Ja heißt Ja" betonte auf Instagram: "Heute stehen wir in Berlin - in Solidarität mit Collien Fernandes und allen Betroffenen von sexualisierter Gewalt."
Zu den Rednerinnen gehörte die bekannte Aktivistin Luisa Neubauer, die unter großem Applaus erklärte: "Männer können froh sein, dass wir einfach nur Gleichberechtigung wollen. Und nicht Vergeltung. Frauen wollen einfach nur ihr Leben leben. Wir lassen uns nicht kleinmachen!" Auch ein Statement von Collien Fernandes wurde verlesen, in dem sie sich über die Unterstützung freute und auf die "massiven gesetzlichen Schutzlücken" hinwies.
Hintergrund: Die Vorwürfe von Collien Fernandes
Die Demonstration fand vor dem Hintergrund schwerer Vorwürfe statt, die Collien Fernandes gegen ihren ehemaligen Partner Christian Ulmen erhoben hatte. In einem Bericht des "Spiegel" wurde bekannt, dass die Moderatorin Ende des vergangenen Jahres in Spanien Anzeige gegen Ulmen erstattet hatte. Ob es zu einer Anklage kommt oder das Verfahren eingestellt wird, ist derzeit noch offen. Ulmens Anwalt kündigte rechtliche Schritte an und verwies auf die Unschuldsvermutung.
Fernandes selbst hatte am Samstag vor der Demonstration einen Instagram-Beitrag veröffentlicht, in dem sie sich für den "überwältigenden Support" bedankte, der ihr geholfen habe, "aus einem ganz tiefen Tal zu kommen". Sie wies in dem Post explizit auf die geplante Demo in Berlin hin.
Forderungen nach grundlegenden Veränderungen
Die Protestierenden forderten nicht nur Solidarität, sondern auch konkrete politische Maßnahmen. Die Initiative "Nur Ja heißt Ja" setzt sich für klare Gesetze gegen digitale und sexualisierte Gewalt, echten Schutz für Betroffene, funktionierende Verfahren und Konsequenzen für Täter ein. In einem Statement hieß es: "Der Fall zeigt einmal mehr: Schutz, Aufarbeitung und Konsequenzen sind in Deutschland noch immer lückenhaft. Wenn Betroffene gezwungen sind, für Gerechtigkeit ins Ausland zu gehen, läuft hier grundlegend etwas falsch."
Die Demonstration in Berlin markiert einen wichtigen Moment im Kampf gegen sexualisierte digitale Gewalt und unterstreicht die Dringlichkeit, rechtliche Rahmenbedingungen zu verbessern und Betroffene besser zu schützen.



