Massiver Protest gegen digitale sexuelle Gewalt in Berlin
Tausende Menschen versammelten sich am 22. März 2026 vor dem Brandenburger Tor in Berlin, um lautstark gegen digitale sexuelle Gewalt zu demonstrieren. Die Demonstration stand im Zeichen der Solidarität mit der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes, die selbst Opfer solcher Übergriffe geworden ist. Viele Teilnehmer brachten ihre tiefe Wut über die erlebten Vorfälle zum Ausdruck und formulierten klare Forderungen nach Veränderungen.
Wo sind die Männer, die mit aufschreien?
Eine zentrale Frage, die während der Kundgebung immer wieder aufkam, lautete: „Wo sind die Männer, die mit aufschreien?“ Diese rhetorische Frage unterstrich die Forderung nach breiter gesellschaftlicher Unterstützung, insbesondere von männlicher Seite, im Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt. Die Organisatoren betonten, dass es nicht ausreicht, wenn nur Betroffene und ihre unmittelbaren Unterstützer aktiv werden – vielmehr sei ein kollektives Aufbegehren notwendig, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen.
Forderungen der Demonstranten
Die Teilnehmer der Demonstration artikulierten konkrete Anliegen, darunter:
- Stärkere rechtliche Konsequenzen für Täter digitaler sexueller Gewalt, um die Strafverfolgung zu verbessern.
- Mehr Sensibilisierung und Aufklärung in der Öffentlichkeit über die gravierenden Auswirkungen solcher Übergriffe auf die Opfer.
- Unterstützung von Betroffenen durch bessere Beratungs- und Hilfsangebote, um die psychischen Folgen abzumildern.
- Solidaritätsbekundungen von Prominenten und Institutionen, um dem Thema mehr Sichtbarkeit zu verleihen und gesellschaftlichen Druck aufzubauen.
Die Stimmung vor dem Brandenburger Tor war von Entschlossenheit und Empörung geprägt, wobei viele Redner darauf hinwiesen, dass digitale Räume nicht zu rechtsfreien Zonen werden dürfen.
Hintergrund und weitere Entwicklungen
Die Demonstration fand vor dem Hintergrund jüngster Enthüllungen statt, darunter eine Strafanzeige gegen Christian Ulmen mit dem Vorwurf der virtuellen Vergewaltigung, die von Collien Fernandes erstattet wurde. Zudem distanzierte sich Benjamin von Stuckrad-Barre öffentlich von Christian Ulmen nach den Vorwürfen digitaler sexualisierter Gewalt. Diese Fälle haben eine breite Debatte über die totalitären Strukturen ausgelöst, denen Frauen im Internet oft ausgesetzt sind, wie in Analysen von Experten wie Dirk Kurbjuweit diskutiert wird.
Die Recherchen des SPIEGEL zum Fall Collien Fernandes haben dabei geholfen, die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses drängende Thema zu lenken und den Druck auf Verantwortliche zu erhöhen. Die Demonstranten betonten, dass es nun an der Zeit sei, aus Worten Taten folgen zu lassen und konkrete Maßnahmen zum Schutz vor digitaler sexueller Gewalt umzusetzen.



