Ehemalige Wildwasser-Leiterin Dorothea Zimmermann erhält Louise-Schroeder-Medaille
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat in diesem Jahr Dorothea Zimmermann, die langjährige Geschäftsführerin des Berliner Mädchennothilfe-Vereins Wildwasser, mit der Louise-Schroeder-Medaille ausgezeichnet. Diese Ehrung wird jährlich an Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen, die dem politischen Vermächtnis der SPD-Politikerin Louise Schroeder in besonderer Weise gerecht werden.
Prägende Persönlichkeit der Frauen- und Gleichstellungsarbeit
Laut einer Mitteilung der Parlamentsverwaltung zählt Dorothea Zimmermann zu den prägenden Persönlichkeiten der Frauen- und Gleichstellungsarbeit in Berlin. Über ihr langjähriges Wirken als Geschäftsführerin von Wildwasser hinaus habe sie sich in außergewöhnlicher Weise für den Schutz und die Stärkung von Betroffenen sexualisierter Gewalt engagiert.
Ihr Engagement umfasste mehrere Bereiche:
- Aktive Beteiligung an fachlichen Netzwerken
- Teilnahme an öffentlichen Debatten zur Veränderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung sexualisierter Gewalt
- Förderung des Dialogs über dieses sensible Thema
Wildwasser: Ein Verein mit langer Tradition
Der Verein Wildwasser, der bereits 2014 mit der Louise-Schroeder-Medaille ausgezeichnet wurde, besteht seit Oktober 1983. Laut eigenen Angaben unterhält der Verein einen umfassenden Hilfsdienst für Mädchen und Frauen in Krisensituationen:
- Einen Mädchennotdienst mit einer Krisenwohnung
- Mehrere Beratungsstellen
- Einen Frauen-Infoladen
- Ein Frauen-Nachtcafé
Diese Einrichtungen schließen eine wichtige Versorgungslücke für Frauen in Notlagen und bieten Unterstützung in schwierigen Lebensphasen. Im vergangenen Herbst ist Dorothea Zimmermann nach ihrer langjährigen Tätigkeit bei Wildwasser in den Ruhestand gegangen.
Das Vermächtnis von Louise Schroeder
Die Louise-Schroeder-Medaille würdigt Personen und Institutionen, die dem politischen und persönlichen Vermächtnis der Namensgeberin in hervorragender Weise Rechnung tragen. Louise Schroeder, eine engagierte SPD-Politikerin, setzte sich zeitlebens für die Gleichstellung von Frauen ein.
Ihre politische Karriere begann sie bereits 1919 als Parlamentarierin und erreichte einen Höhepunkt, als sie von Mai 1947 bis Dezember 1948 als Oberbürgermeisterin von Berlin amtierte. Ihre Arbeit und ihr Einsatz für Frauenrechte bilden die Grundlage für diese bedeutende Auszeichnung, die nun an Dorothea Zimmermann verliehen wurde.
Die Verleihung der Medaille unterstreicht die Bedeutung des Engagements gegen sexualisierte Gewalt und für die Stärkung von Betroffenen. Dorothea Zimmermanns jahrzehntelange Arbeit bei Wildwasser und ihr Einsatz in der Öffentlichkeit haben maßgeblich dazu beigetragen, dieses wichtige Thema in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken und Unterstützungsstrukturen für betroffene Frauen zu etablieren.



