Weltfrauentag-Studie: Mehr Chefinnen im Mittelstand, doch meist in Minifirmen
Mehr Chefinnen im Mittelstand, aber oft in Minifirmen

Studie zum Weltfrauentag: Mehr Frauen führen Mittelstandsunternehmen

Frauen in Chefpositionen sind nach wie vor eine Minderheit in der deutschen Wirtschaft, trotz zahlreicher Quotenregelungen und öffentlicher Appelle. Im Mittelstand zeigt sich jedoch ein leicht positiver Trend, wie eine aktuelle Studie der Förderbank KfW zum Weltfrauentag offenbart. Dennoch bleibt die Geschlechterkluft in Führungsetagen erheblich.

Leichter Anstieg bei Chefinnen, aber Rückschritt in anderen Führungsebenen

Im Jahr 2025 wurden rund 16 Prozent der etwa 3,87 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland von einer Frau geführt. Dies stellt eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr dar, als die Quote mit 14,3 Prozent den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2003 erreicht hatte. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher betont jedoch: „Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen im Mittelstand deutlich unterrepräsentiert.“

Während der Anteil von Frauen an der Unternehmensspitze zunimmt, zeigt sich in anderen Führungsebenen ein gegenteiliger Trend. Über alle Hierarchiestufen hinweg – darunter Team-, Abteilungs- und Bereichsleitungen sowie Geschäftsführung und Vorstand – sank der Frauenanteil von 40 Prozent im Jahr 2023 auf 34,3 Prozent im Jahr 2025. Diese Entwicklung verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Geschlechterparität.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Frauengeführte Unternehmen sind oft Kleinstbetriebe

Die Studie der KfW offenbart signifikante Unterschiede zwischen frauen- und männergeführten Unternehmen. 84 Prozent der frauengeführten Mittelständler sind Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten. Im Vergleich dazu sind männergeführte Firmen durchschnittlich deutlich größer und erzielen fast ein Viertel mehr Umsatz. Nur etwa 6.000 Chefinnen leiten Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern, was lediglich einem Prozent aller frauengeführten Mittelständler entspricht.

Frauengeführte Mittelstandsunternehmen beschäftigen insgesamt rund 3,3 Millionen Menschen in Deutschland. Damit stellen sie etwa zehn Prozent der Erwerbstätigen im Mittelstand und erwirtschaften ungefähr acht Prozent der Umsätze. Die Bedeutung dieser Unternehmen ist somit nicht zu unterschätzen, bewegt sich aber seit Jahren auf einem stabilen Niveau.

Branchenspezifische Unterschiede und zukünftige Entwicklungen

Eine parallele Analyse der Schufa unter rund 5,2 Millionen Unternehmen bestätigt den langsamen Fortschritt. Der Anteil der Firmen mit mindestens einer Frau im oberen Management stieg binnen fünf Jahren nur leicht von 26,4 Prozent im Jahr 2022 auf 28,5 Prozent. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen.

  • In Bereichen mit traditionell hohem Frauenanteil, wie dem Veterinär-, Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Bekleidungsindustrie, sind Frauen in Führungspositionen am stärksten vertreten.
  • In klassischen „Männerbranchen“ wie der Forstwirtschaft oder der Installation und Reparatur von Maschinen ist der Frauenanteil in Managementpositionen hingegen sehr gering und zeigt sogar eine sinkende Tendenz.

Dirk Schumacher sieht in einer höheren Erwerbstätigkeit von Frauen einen wesentlichen Hebel für mehr weibliche Führungskräfte. „Hier hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan, so dass ich davon ausgehe, dass die Frauenquote in mittelständischen Führungspositionen sukzessive steigen wird.“ Die aktuellen Daten zeigen jedoch, dass die Geschlechterkluft in einigen Bereichen weiterhin bestehen bleibt oder sich sogar verschärft.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration