Prominente Männer brechen ihr Schweigen: Solidarität mit Collien Fernandes im Kampf gegen Gewalt
In einer bemerkenswerten Initiative haben sich mehr als hundert prominente Männer öffentlich mit Collien Fernandes und allen Betroffenen von geschlechtsspezifischer und digitaler Gewalt solidarisiert. Unter dem Titel »Solidaritätserklärung für konkrete Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische und digitale Gewalt« positionieren sie sich klar gegen Sexismus und unterstützen einen Zehnpunkteplan, der schärfere Gesetze gegen Deepfakes und Femizide fordert.
Wer steht hinter der Erklärung?
Zu den Unterzeichnern gehören eine breite Palette bekannter Persönlichkeiten aus Musik, Politik, Journalismus und Aktivismus. Hervorzuheben sind:
- Die Musiker Jan Delay, Trettmann und Bela B Felsenheimer, die mit ihrer Reichweite auf das Thema aufmerksam machen.
- Der Schauspieler Kostja Ullmann und der Stadionsprecher Arnd Zeigler, die ihre Stimmen für Betroffene erheben.
- Der Journalist Hubertus Koch und der Grünenvorsitzende Felix Banaszak, die politisches Engagement zeigen.
- Der Aktivist Raúl Krauthausen, der für Inklusion und soziale Gerechtigkeit eintritt.
Diese Männer betonen in ihrer Erklärung, dass die Forderungen gegen Gewalt »genauso gut von uns kommen könnten« und laden Männer aller Generationen ein, ihre eigene Rolle zu reflektieren und aktiv gegen Sexismus vorzugehen.
Hintergrund: Die Vorwürfe gegen Christian Ulmen
Die Solidaritätsaktion steht im Kontext schwerwiegender Vorwürfe, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen erhoben hat. Laut Berichten des SPIEGEL soll Ulmen auf sozialen Medien täuschend echt aussehende Fakeprofile von Fernandes erstellt und darüber »Hunderte von Männern« kontaktiert haben. Dabei soll er sich als Fernandes ausgegeben und sexuelle Gespräche geführt sowie erotisches Material verschickt haben, um den Eindruck authentischer Aufnahmen zu erwecken.
Fernandes hat Ende vergangenen Jahres in Spanien Anzeige erstattet, wobei unklar bleibt, ob das Verfahren bei spanischen Behörden bleibt oder deutsche Stellen involviert werden. Ulmen, dem die Unschuldsvermutung gilt, hat sich nicht öffentlich geäußert, seine Anwälte sprechen von »unwahren Tatsachen«.
Unterstützung für einen Zehnpunkteplan
Die männlichen Unterstützer bekräftigen mit ihrer Solidaritätserklärung einen Forderungskatalog, der von über 250 Frauen aus Politik, Wirtschaft und Kultur initiiert wurde. Dieser Plan umfasst Maßnahmen wie:
- Verschärfte Gesetze gegen die Verbreitung von Deepfakes, um digitale Gewalt effektiver zu bekämpfen.
- Stärkere rechtliche Instrumente gegen Femizide, um geschlechtsspezifische Gewalt einzudämmen.
- Aufrufe zur gesellschaftlichen Reflexion, um das Schweigen über männliche Gewalt zu brechen.
Die Initiative betont, dass es an der Zeit sei, »unser Schweigen zu brechen« und gemeinsam gegen sexualisierte und digitale Gewalt vorzugehen. Diese Bewegung zeigt, wie prominente Stimmen aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen, um ein klares Signal für mehr Sicherheit und Gerechtigkeit zu setzen.



