Weltweite Ipsos-Studie: Jeder dritte Gen-Z-Mann fordert Gehorsam von der Ehefrau
Studie: Jeder dritte Gen-Z-Mann will gehorsame Ehefrau

Weltweite Umfrage enthüllt rückwärtsgewandte Rollenbilder bei jungen Männern

Eine umfassende internationale Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos, die anlässlich des Weltfrauentags durchgeführt wurde, offenbart besorgniserregende Einstellungen zur Gleichberechtigung in der Generation Z. Die repräsentative Online-Befragung, für die mehr als 23.000 Menschen ab 16 Jahren in 29 Ländern interviewt wurden, zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen und Geschlechtern auf.

Alarmierende Zahlen: Gehorsam als Ehefrauen-Pflicht

Fast jeder dritte männliche Vertreter der Generation Z – das sind 31 Prozent der Befragten – ist der Ansicht, dass eine Ehefrau ihrem Ehemann stets gehorchen sollte. Dieser Wert liegt deutlich über dem der weiblichen Altersgenossinnen, von denen nur 18 Prozent dieser Aussage zustimmen. Noch deutlicher wird der generationenübergreifende Rückschritt im Vergleich zu den Babyboomern: Bei den zwischen 1946 und 1964 geborenen Männern vertreten lediglich 13 Prozent diese traditionelle Auffassung, bei den Boomer-Frauen sind es sogar nur 6 Prozent.

Soziale Medien als Verstärker polarisierender Botschaften

Robert Grimm, Leiter der Politikforschung bei Ipsos in Deutschland, erklärt diese Entwicklung mit dem Einfluss digitaler Plattformen: „Digitale Ökosysteme verstärken die Polarisierung, weil Social-Media-Algorithmen zugespitzte Botschaften belohnen.“ Tatsächlich finden 61 Prozent der Gen-Z-Männer, dass bezüglich Gleichstellung im eigenen Land bereits genug getan wurde. Noch bemerkenswerter: 57 Prozent glauben, die Gleichstellung von Frauen sei mittlerweile so weit vorangeschritten, dass nun Männer diskriminiert werden.

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Internationaler Vergleich zeigt unterschiedliche Entwicklungen

Die Studie untersuchte auch die Einstellung zum Einkommensgefälle in der Partnerschaft. In Ländern wie Thailand, Mexiko, Südafrika, Italien, Australien, den USA und Japan denken 29 Prozent der Gen-Z-Männer, dass es für Probleme sorgt, wenn eine Ehefrau mehr verdient als ihr Mann. Bei den Boomer-Männern sind es mit 18 Prozent deutlich weniger. „Wenn Frauen profitieren, verliere ich“ – diese Logik sei bei jüngeren Männern stärker ausgeprägt, was Grimm auf ein stärkeres Gefühl von Zukunfts- und Statusunsicherheit zurückführt.

Deutschland mit positiven Ausreißern in der Gleichstellungsdebatte

Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland in einigen Bereichen deutlich besser ab. Nur jeder zehnte Deutsche glaubt, dass Frauen davon profitieren, wenn sich Männer an traditionelle männliche Rollenbilder halten – der niedrigste Wert unter allen 29 untersuchten Ländern. Besonders erfreulich: Die Vorstellung einer fairen Arbeitsteilung findet hierzulande breite Zustimmung. Rund drei Viertel der Befragten sehen beide Geschlechter in der Pflicht, wenn es um Kindererziehung (73 Prozent), Geldverdienen (75 Prozent) oder Haushaltsarbeiten (77 Prozent) geht.

Die Ipsos-Studie macht deutlich, dass trotz Fortschritten in einigen Bereichen die Gleichstellungsdebatte keineswegs abgeschlossen ist. Besonders bei jungen Männern zeigen sich teilweise rückwärtsgewandte Einstellungen, die durch digitale Medien verstärkt werden könnten. Gleichzeitig beweist die Untersuchung, dass gesellschaftlicher Wandel möglich ist – wie der Vergleich mit den deutlich egalitärer eingestellten Babyboomern zeigt.

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