Protest für Menschen mit Behinderung in Parchim: Unterschriften gesammelt
Protest für Behinderte in Parchim: Unterschriften gesammelt

Der Himmel ist grau und trüb, doch das kann der Stimmung am Informationsstand auf dem Parchimer Schuhmarkt nichts anhaben. Aufgestellt haben ihn die Lewitzwerkstätten, um am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von behinderten Menschen aufzurufen. Der Protesttag wurde 1992 von der „Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland“ ins Leben gerufen. „Wir lassen uns die Butter nicht vom Brot nehmen“ ist das Motto der diesjährigen Aktion. Um damit im Stadtbild buchstäblich sichtbar zu werden, haben sich die Initiatoren eine Plakataktion ausgedacht.

Menschen mit Behinderung kommen per Plakat zu Wort

Dieses Plakat wurde geschaffen, damit Menschen mit Beeinträchtigungen ihre Geschichten und Perspektiven öffentlich teilen können. Ihre Porträts und persönlichen Statements werden auf Plakaten festgehalten, die in Parchimer Geschäften ausgestellt werden. Die Aktion findet im kompletten Monat Mai statt. Zahlreiche Geschäftsleute haben sich bereit erklärt, die Plakate sichtbar aufzuhängen. „Ich bin positiv überrascht von der großen Unterstützung und freue mich, dass die Teilnehmer einen Monat lang im Mittelpunkt stehen und ein starkes Zeichen setzen können“, sagt Kathleen Ladwig-Skiba. Sie leitet den Bereich Wohnen bei den Lewitzwerkstätten in Parchim und ist eine der Initiatorinnen der Aktion.

Protest gegen Kürzungen bei Integrationsprojekten

Mit dem Informationsstand auf dem Parchimer Schuhmarkt anlässlich des Protesttages am 5. Mai (der wegen des Wochenmarktes einen Tag später auf dem Marktplatz aufgestellt wurde) wollen Ladwig-Skiba und ihre Mitstreiterinnen nicht nur allgemein auf die verbesserungswürdige Situation von Menschen mit Einschränkungen aufmerksam machen. Es geht ihnen zeitgleich darum, Menschen zur Unterschrift für eine Petition zu bewegen, die sich gegen den drohenden Kahlschlag bei der Förderung verschiedener Integrationsprojekte wendet.

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Dafür bieten sie als „Lockmittel“ Buttermesser aus den hauseigenen Werkstätten und Schmalzstullen an. Offenbar mit Erfolg: Ungeachtet des nassen Wetters ist der Stand gut besucht. Die Unterstützung der öffentlichen Hand für Menschen mit Behinderung darf nicht so einschneidend zusammengestrichen werden wie geplant. Dafür wurden Unterschriften gesammelt.

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