Schwerin hört der Jugend zu: Umfrage zu Alltag und sensiblen Themen
Die Landeshauptstadt Schwerin möchte mehr über die Lebenswelt ihrer jungen Bewohner erfahren. Dazu hat sie eine umfassende Online-Jugendumfrage gestartet, die sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 21 Jahren richtet. Die Befragung soll dabei helfen, die Angebote der Jugend- und Schulsozialarbeit besser an die tatsächlichen Bedürfnisse anzupassen.
Anonyme Teilnahme bis März 2026 möglich
Die Teilnahme an der Onlineumfrage ist bis zum 20. März 2026 möglich und kann bequem über Smartphone, Tablet oder Computer erfolgen. Die Fragen sind sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfügbar, um möglichst viele Jugendliche zu erreichen. Insgesamt umfasst der Fragebogen 34 Punkte, deren Beantwortung etwa 15 Minuten in Anspruch nimmt.
Die Stadt betont, dass die Befragung vollständig anonym und vertraulich durchgeführt wird. Alle Angaben werden ausschließlich für statistische Auswertungen genutzt, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich sind. Dies soll besonders bei sensiblen Themen wie Gewalterfahrungen oder Mobbing für eine offene und ehrliche Teilnahme sorgen.
Breites Themenspektrum: Von Freizeit bis zu Gewalterfahrungen
Die Fragen decken ein breites Spektrum ab. Neben Themen wie Freizeitgestaltung, Treffpunkten mit Freunden und Wünschen für das städtische Umfeld werden auch konkrete Herausforderungen im Alltag angesprochen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Betroffenheit von Mobbing oder Gewalt.
So können die Jugendlichen angeben, ob und wie häufig sie in den vergangenen sechs Monaten selbst Gewalt oder Mobbing erlebt haben oder ob sie davon bei anderen mitbekommen haben. Zudem wird nach dem Wissen über Hilfsmöglichkeiten in solchen Situationen gefragt. Diese sensiblen Fragen sollen dazu beitragen, passgenaue Unterstützungsangebote zu entwickeln.
Jugendliche als aktive Gestalter ihrer Stadt
„Mit der Jugendbefragung geben wir den Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine starke Stimme und hören genau zu“, erklärt der zuständige Beigeordnete Silvio Horn. Die Ergebnisse sollen direkt in die Planung und Ausgestaltung der Jugend- und Schulsozialarbeit einfließen. Bereits seit 2020 existiert in Schwerin ein Kinder- und Jugendrat, der die Interessen der jungen Generation vertritt und die Stadtvertretung berät.
Die demografische Situation in Schwerin unterstreicht die Bedeutung solcher Initiativen: Junge Menschen im Alter von 10 bis unter 20 Jahren stellen nur etwa 9 Prozent der Stadtbevölkerung. Die größte Altersgruppe sind hingegen die 60- bis 64-Jährigen mit 7,6 Prozent. Umso wichtiger ist es, die Bedürfnisse der Jugend gezielt zu erfassen und in der Stadtentwicklung zu berücksichtigen.
Für Rückfragen zur Onlineumfrage steht Janine Thalheim vom städtischen Fachdienst Jugend per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung. Die Stadt hofft auf eine rege Beteiligung, um ein möglichst genaues Bild der Lebensrealität junger Menschen in Schwerin zu erhalten.



