1. Mai Demo in Berlin: Route führt erstmals am umstrittenen Görlitzer Park vorbei
1. Mai Demo führt am Görlitzer Park vorbei

1. Mai Demo in Berlin: Route führt erstmals am umstrittenen Görlitzer Park vorbei

Die traditionelle linke und linksradikale Demonstration am 1. Mai in Berlin wird in diesem Jahr eine neue Route einschlagen und erstmals direkt am Görlitzer Park in Kreuzberg vorbeiziehen. Dies haben die Veranstalter der sogenannten „Revolutionären 1. Mai Demo“ bekannt gegeben. Die Entscheidung ist ein deutlicher Protest gegen die umstrittene nächtliche Schließung des Parks, die der Berliner Senat aus CDU und SPD eingeführt hat.

Neue Demonstrationsstrecke mit symbolischer Bedeutung

Die angemeldete Strecke beginnt am Oranienplatz und führt über die Wiener Straße gezielt am Görlitzer Park vorbei. Anschließend setzt sich der Demonstrationszug nach Neukölln zur Karl-Marx-Straße fort, bevor er zum Südstern und zurück nach Kreuzberg führt. In den vergangenen Jahren nahmen regelmäßig bis zu 10.000 Menschen an dieser abendlichen Demonstration teil, die nun mit der geänderten Route eine klare politische Botschaft senden will.

Die Veranstalter kritisieren die Park-Schließung als autoritäres Signal der Stadtregierung. In einer Mitteilung heißt es: „Als Ort mit Symbolcharakter für eine widerständige Kultur muss der Görlitzer Park nun als Testballon herhalten, um auch andere Freiflächen der Stadt unter Kontrolle zu bringen.“ Sie werfen dem Senat vor, bewusst diesen symbolträchtigen Ort ausgewählt zu haben, um gesellschaftliche Kontrollmechanismen auszuweiten.

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Angespannte Lage um den neu errichteten Zaun

Besonders brisant ist die Situation rund um den teilweise neu gebauten Zaun und die Eingangstore des Parks. Die Demonstrations-Veranstalter schließen Angriffe auf diese baulichen Maßnahmen am 1. Mai nicht aus. In ihrer Erklärung wird deutlich: „Und dann werden wir sehen, was Stahl und Beton gegen den Widerstand von Zehntausenden so alles aushalten kann. Oder um es poetisch auszudrücken: Keine Mauer steht für immer, kein Zaun hält ewig und auch diese Ordnung ist auf Sand gebaut.“

Die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks ist seit ihrer Einführung heftig umstritten. Befürworter argumentieren mit Sicherheitsbedenken und der Bekämpfung von Kriminalität, während Kritiker sie als Einschränkung öffentlicher Freiheiten und als Symbol übermäßiger staatlicher Kontrolle ansehen. Die Demonstration am 1. Mai wird somit zu einem zentralen Austragungsort dieses Konflikts.

Die Polizei Berlin hat die Demonstration angemeldet erhalten und wird mit einem entsprechenden Sicherheitsaufgebot vor Ort sein. Die Veranstalter betonen, dass es sich um eine legale Demonstration handelt, die jedoch unmissverständlich ihren Protest gegen die Parkpolitik des Senats zum Ausdruck bringen wird. Die Entscheidung, die Route am Görlitzer Park vorbeizuführen, unterstreicht die symbolische Bedeutung dieses Ortes im Berliner Stadtbild und in der politischen Auseinandersetzung um öffentliche Räume.

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