Landgericht Ansbach verurteilt 19-Jährige zu neun Jahren Jugendhaft für Totschlag
19-Jährige zu neun Jahren Jugendhaft für Totschlag verurteilt

Jugendhaftstrafe für tödlichen Messerangriff in Mittelfranken

Das Landgericht Ansbach hat eine 19-jährige Frau wegen eines tödlichen Messerangriffs auf einen 15-jährigen Jugendlichen zu einer Jugendhaftstrafe von neun Jahren verurteilt. Die Kammer wertete die Tat als Totschlag und sah es als erwiesen an, dass die Angeklagte den Jungen im Juni 2025 mit einem Taschenmesser getötet hatte.

Eskalation an Bushaltestelle führt zu tödlichem Ausgang

Laut Urteil trafen die beiden jungen Leute zufällig an einer Bushaltestelle in der Nähe des Brombachsees bei Pleinfeld-Ramsberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufeinander. Der Streit begann, als der 15-Jährige die auf der anderen Straßenseite stehende junge Frau nach einer Zigarette fragte. Diese reagierte aggressiv, und es folgten gegenseitige Beleidigungen, wie die Vorsitzende Richterin Elke Beyer schilderte.

Die Angeklagte nahm daraufhin ein Taschenmesser aus der Handtasche ihrer Partnerin und ging mit ihrem Bruder über die Straße. Zunächst kam es zu einem Schlagabtausch zwischen dem Jugendlichen und dem Bruder. Dann schlug die 19-Jährige dem Opfer wuchtig ins Gesicht, und als dieser zurückschlug, stach sie ihm das Messer in den Hals.

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Tod am Tatort trotz Rettungsversuchen

Der 15-Jährige legte noch die Hände auf die Wunde, sank gegen einen Zaun und dann zu Boden. Mehrere Zeugen eilten herbei und versuchten, ihn zu retten, doch der Junge starb noch am Tatort. Richterin Beyer betonte: "Aber all dies hat nichts genützt."

Während des Streits soll die Angeklagte den Jungen auch rassistisch beleidigt haben, der die deutsche und brasilianische Staatsangehörigkeit besaß. Das Gericht ging jedoch nicht von einem rassistischen Motiv aus, da es dafür keine Anhaltspunkte fand. Die Beleidigung sei unbedacht erfolgt, und der Tatablauf spreche nicht für eine solche Motivation.

Dieser Fall unterstreicht die tragischen Folgen von eskalierenden Konflikten unter Jugendlichen und wirft Fragen zur Gewaltprävention auf.

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