Massive Anklagen nach Protest in Minnesota-Kirche
Das US-Justizministerium hat eine umfangreiche Anklageschrift gegen 30 Personen vorgelegt, die im Januar einen Gottesdienst in der Cities Church in St. Paul, Minnesota, gestört haben. Justizministerin Pam Bondi betonte in einer öffentlichen Erklärung: »Man darf keine Gotteshäuser angreifen.« Von den Angeklagten wurden bereits 25 Personen festgenommen, weitere Verhaftungen sollen folgen.
Hintergrund des kontroversen Protests
Die Demonstration richtete sich gegen die Präsenz eines Pastors, der für die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE arbeitet. Während des Gottesdienstes riefen die Aktivisten Parolen wie »ICE raus« und »Gerechtigkeit für Renée Good«. Good war wenige Tage zuvor in Minneapolis von einem ICE-Beamten erschossen worden, was landesweit für Empörung sorgte.
Laut der offiziellen Anklageschrift drangen die Protestierenden in einer »koordinierten Übernahme-ähnlichen Attacke« in das Kirchengebäude ein, schüchterten Anwesende ein und behinderten die religiöse Versammlung. Die Anklage erwähnt zudem, dass ein Kind eines Gottesdienstbesuchers während des Vorfalls Angst um das Leben seiner Eltern geäußert haben soll.
Medienvertreter und rechtliche Dimensionen
Unter den Festgenommenen befindet sich auch der ehemalige CNN-Journalist Don Lemon, der angab, vor Ort gewesen zu sein, um das Geschehen zu dokumentieren. Sein Anwalt kritisiert die Verhaftung als »beispiellosen Angriff auf das erste Verfassungszusatzrecht«, das die Rede- und Pressefreiheit schützt.
Insgesamt sind nun 39 Personen in Zusammenhang mit dem Vorfall angeklagt, darunter wegen »Verschwörung gegen die Religionsfreiheit«. Mehrere Angeklagte haben bereits auf »nicht schuldig« plädiert, was auf einen langwierigen Rechtsstreit hindeutet.
Politisches Umfeld und ICE-Kritik
Die Einwanderungsbehörde ICE steht seit Jahren in der Kritik, insbesondere in Minnesota, wo neben Renée Good ein weiterer Mann durch Bundesbeamte getötet wurde. Aktivisten werfen ICE vor, gewaltsam gegen Einwanderer vorzugehen und Schutzrechte zu missachten. Vor etwa zwei Wochen kündigte Donald Trumps Grenzbeauftragter das Ende von Razzien in diesem Bundesstaat an, was die politische Brisanz des Falls unterstreicht.
Die Anklagen markieren einen bedeutenden Schritt in der Auseinandersetzung zwischen Protestbewegungen und staatlichen Institutionen in den Vereinigten Staaten. Die Entwicklung wird sowohl rechtliche als auch gesellschaftliche Debatten über Religionsfreiheit, Protestrecht und Einwanderungspolitik weiter anheizen.



