Sie haben bereits 48 Männer überführt: Ein Taxifahrer und eine Hausfrau jagen mutmaßliche Pädokriminelle im Internet. Daniel F. und Chrissi B. locken die Täter mit Fake-Profilen vermeintlich minderjähriger Mädchen in Fallen und liefern der Polizei Chats und Fotos. Doch wie läuft so eine Operation ab? Welche Fälle haben sie schon zur Anklage gebracht – und warum warnt die Polizei trotzdem eindringlich vor solchen privaten Aktionen?
Die Jagd im Netz: So gehen die beiden vor
Daniel F., ein Taxifahrer, und Chrissi B., eine Hausfrau, haben sich zusammengeschlossen, um Pädokriminelle zu überführen. Sie erstellen Fake-Profile von Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren auf verschiedenen Plattformen. Wenn Männer Kontakt aufnehmen und sexuelle Absichten zeigen, sammeln die beiden Beweise: Screenshots von Chats, Fotos und andere Informationen. Diese reichen sie dann bei der Polizei ein. Bislang konnten sie so 48 Männer überführen, einige von ihnen wurden bereits verurteilt.
Erfolge und Risiken
Die Erfolge der beiden sind beachtlich: Mehrere Fälle führten zu Anklagen und Verurteilungen. Doch die Polizei warnt eindringlich vor solchen privaten Aktionen. Die Gefahr besteht darin, dass die Beweise nicht gerichtsverwertbar sein könnten oder dass die Jäger selbst strafbar werden, etwa durch das Vortäuschen von Straftaten oder die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Zudem kann die emotionale Belastung für die Beteiligten enorm sein.
Rechtliche Grenzen der privaten Jagd
Die rechtlichen Grenzen sind eng gesteckt. Privatpersonen dürfen keine Ermittlungen durchführen, die in die Rechte anderer eingreifen. Das Anlegen von Fake-Profilen kann als Urkundenfälschung oder Identitätstäuschung gewertet werden. Auch die Weitergabe von Chats und Fotos an Dritte kann gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen. Die Polizei rät daher, verdächtige Kontakte sofort zu melden und keine eigenen Ermittlungen zu starten.
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