Am 8. Mai 2026 fand in Demmin der alljährliche sogenannte Trauermarsch der rechtsextremen Partei Die Heimat (vormals NPD) statt. Begleitet wurde die Veranstaltung von massiven Gegendemonstrationen unter dem Motto Den Rechten keinen Meter!. Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin mobilisierte tausende Menschen, um gegen den Aufzug zu protestieren. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um beide Lager strikt zu trennen.
Verlauf des Abends
Gegen 17:33 Uhr versammelten sich die ersten Gegendemonstranten, viele mit FFP2-Masken vermummt und Partyhüten. Laut Polizei waren es rund 1.200 Teilnehmer. Die Stimmung war fröhlich, aber angespannt. Auf Bannern stand Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.
Um 17:52 Uhr begann die Gegendemonstration. Die Teilnehmerzahl war ähnlich hoch wie im Vorjahr. Busse reisten aus Bayern, Berlin und sogar aus Polen an. Der rechtsextreme Aufzug wurde für den Abend erwartet.
Um 18:41 Uhr erreichten die Gegendemonstranten das Luisentor. Der Trauermarsch sollte sich gegen 19 Uhr in Bewegung setzen. Kurz darauf bildeten die Demonstranten eine Sitzblockade und skandierten Keiner kommt durch, Alerta Antifaschist. Die Polizei schritt zunächst nicht ein.
Gegen 19:07 Uhr kesselte die Polizei die Gegendemonstranten am Luisentor ein und verwehrte ihnen den Weg zum Aufmarsch der Heimat. Die gesamte Clara-Zetkin-Straße war voller Polizeifahrzeuge. Bis auf ein kleines Handgemenge blieb die Situation ruhig.
Um 19:24 Uhr trafen die ersten Teilnehmer des Trauermarsches ein, etwa 300 Personen. Sie waren umgeben von Polizisten. Die Rechtsextremen kündigten an, nicht auf Provokationen einzugehen. Fahnen der Jungen Nationalisten, der Jugendorganisation der Partei, waren zu sehen.
Um 19:57 Uhr begann der Trauermarsch. Die Teilnehmer waren schwarz gekleidet, einige trugen Sonnenbrillen. Auf einem Banner stand: Wir feiern nicht – Wir vergessen nicht.
Um 20:30 Uhr kamen die Rechtsextremen an der ersten Begegnungsstelle vorbei – die Polizei sorgte für einen reibungslosen Ablauf. In der Heiliggeiststraße gelang es Gegendemonstranten, eine Blockade zu errichten. Die Situation war kurz angespannt, aber friedlich.
Um 20:45 Uhr erreichte der rechtsextreme Aufmarsch sein geplantes Ziel am Hafen. Die Heimat-Anhänger bildeten einen Kreis. Die Gegendemonstranten kamen erst später und skandierten Heute ist kein Trauertag, heute ist ein Feiertag! Die Polizei sorgte mit Hundeführern für strikte Trennung.
Ruhige Lage am Hafen
Am Hafen blieb die Lage ruhig. Die Polizei sperrte den Bereich für die Trauerzeremonie ab. Ein Polizeiboot patrouillierte auf der Peene, ein Hubschrauber kreiste über der Stadt. Die Linke verteilte Bratwurst und Suppe gegen Spenden.
Um 21:16 Uhr feierten einige Gegendemonstranten weiter am Hafen, während die Teilnehmer des Trauermarsches bereits abgezogen waren. Damit endete der Einsatz.
Kranzniederlegung am Vormittag
Bereits am Vormittag fand die offizielle Kranzniederlegung der Hansestadt Demmin am Barlachplatz statt. Bürgermeister Thomas Witkowski (CDU) und Stadtvertreterpräsident Eckhardt Tabbert (UWG) führten eine lange Reihe von Vertretern der Stadtgesellschaft an. Auch Altbürgermeister Dr. Michael Koch und Ernst Wellmer, Vertreter von CDU, SPD, UWG, Die Linke und BSW, sowie zahlreiche Bürger nahmen teil. Witkowski sprach das Totengedenken.
In der Kirche St. Bartholomaei fand ein Friedensgebet statt. Witkowski erinnerte an die Ereignisse am Ende des Krieges 1945 und mahnte zum Frieden. Kerzen wurden entzündet.



