Aachen: Schüsse auf Wohnhaus mit Anti-Mullah-Flaggen – Verdächtiger wieder frei
Aachen: Schüsse auf Haus mit Iran-Flaggen – Verdächtiger frei

Großeinsatz in Aachen nach Schüssen auf Wohnhaus mit historischen Iran-Flaggen

In Aachen hat die Polizei nach einem Schusswaffenvorfall einen Großeinsatz durchgeführt. Bereits in der Nacht zu Samstag gingen gegen 2.15 Uhr mehrere Notrufe bei der Polizei in der nordrhein-westfälischen Stadt ein. Mehrere Kugeln trafen ein Mehrfamilienhaus in der Perlisker Straße, wobei einige Projektile in Fenster einschlugen und sogar die Gasleitung des Gebäudes beschädigt wurde. Das Haus wurde umgehend evakuiert, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten.

Politisch motivierte Tat mit Bezug zum Iran-Konflikt

Laut Polizeiangaben hingen in den Fenstern des betroffenen Wohnhauses historische iranische Flaggen aus der Schah-Zeit, die als Symbole des Protests gegen das aktuelle Mullah-Regime im Iran gelten. Diese Fenster waren offenbar das gezielte Ziel der Schüsse. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass die Tat „offenbar politisch motiviert“ gewesen sei und einen direkten Bezug zum „Iran-Konflikt“ aufweise. Die sogenannten Schah-Flaggen sind in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Symbol der oppositionellen Kräfte im Iran geworden.

Festnahme und Freilassung des Hauptverdächtigen

Noch am Tatort nahm die Polizei einen 28-jährigen irakischen Staatsbürger mit den Initialen J. fest. Bei ihm wurden eine Schusswaffe und ein leeres Magazin sichergestellt. Der Mann gab nach Polizeiangaben an, unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden zu haben. Er erklärte, die Schüsse hätten einem Hausbewohner gegolten, der in sozialen Medien einen Post zur politischen Lage der Kurden in der Region veröffentlicht hatte. Trotz dieser schwerwiegenden Vorwürfe wurde der mutmaßliche Schütze wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft teilte lediglich mit, dass ein Antrag auf Erlass eines Haftbefehls abgelehnt wurde.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Vorgeschichte und gescheiterte Abschiebungsversuche

Der 28-Jährige ist laut Medienberichten polizeibekannt und soll bereits wegen verschiedener Delikte in Erscheinung getreten sein:

  • Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahls und versuchten Totschlags
  • Verurteilung im Jahr 2019 wegen Widerstands gegen Vollzugsbeamte
  • Verwendung mehrerer Aliasnamen
Polizei und Ausländerbehörde haben bereits versucht, den Mann abzuschieben, was jedoch erfolglos blieb. Auch ein Antrag, ihn zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam zu nehmen, wurde abgelehnt. Die „Aachener Zeitung“ hatte als erste über den Vorfall und die mutmaßlich politischen Hintergründe berichtet.

Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an, während die Bewohner des beschädigten Hauses vorübergehend anderweitig untergebracht wurden. Die genauen Motive und Zusammenhänge werden weiterhin von den Behörden geprüft.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration