AfD-Mitglied inszeniert eigenen Anschlag mit gefälschtem Antifa-Drohbrief
Was zunächst als politisch motivierter Angriff erschien, entpuppte sich als dreister Täuschungsversuch eines AfD-Mitglieds. In Uffenheim in Mittelfranken, Bayern, hat ein 44-jähriger Mann laut Polizeipräsidium Mittelfranken sein eigenes Fahrzeug in Brand gesetzt und anschließend versucht, die Schuld linken Gruppen zuzuschieben. Der Mann gestand die Tat und gab zu, einen angeblichen Drohbrief der Antifa gefälscht zu haben, wie die Polizei in Nürnberg mitteilte.
Staatsschutz ermittelte zunächst wegen politischer Straftat
Nach dem Brand am Auto und den Aussagen des Besitzers leitete der Staatsschutz Ermittlungen wegen einer möglichen politisch motivierten Straftat ein. Doch die Spuren führten die Beamten in eine völlig andere Richtung. Statt externe Täter zu finden, geriet der Autobesitzer selbst immer stärker in den Fokus der Ermittler.
Der entscheidende Durchbruch gelang den Experten bei der Analyse des vermeintlichen Drohbriefs. Sie stellten auffällige Übereinstimmungen mit der Handschrift des Mannes fest, was den Verdacht der Fälschung erhärtete und schließlich zum Geständnis führte.
AfD hatte zunächst von „feigem Anschlag“ gesprochen
Interessant ist die Reaktion der AfD auf den Vorfall. In einer Pressemitteilung vom 8. Februar hatte die Partei noch von einem „feigen Anschlag“ gegen eines ihrer Mitglieder gesprochen und damit die anfängliche Täuschung unwissentlich unterstützt.
Jetzt stehen mögliche Konsequenzen für den Mann bevor. Ein Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Fürth/Neustadt an der Aisch erklärte, man müsse möglicherweise Parteiordnungsmaßnahmen gegen ihn prüfen. Dieser Fall zeigt, wie schnell falsche Anschuldigungen das politische Klima vergiften können.
Die Ermittlungen der Polizei haben deutlich gemacht, dass nicht immer äußere Feinde hinter solchen Vorfällen stecken müssen. Manchmal führen die Spuren direkt zum vermeintlichen Opfer selbst, was in diesem Fall zu peinlichen Enthüllungen für alle Beteiligten führte.



