Nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt am 6. Mai 2026 verbreiten sich in sozialen Netzwerken Bilder, die einen politischen Hintergrund der Tat suggerieren. Die Deutsche Presse-Agentur (DPA) hat die angeblichen Aufnahmen überprüft und kommt zu dem Schluss: Es handelt sich um Fälschungen.
Behauptung: Täter trug politische T-Shirts
Im Internet kursieren Bilder, die den 33-jährigen Tatverdächtigen angeblich in T-Shirts mit Aufdrucken der rechtspopulistischen AfD oder der linken Antifa-Bewegung zeigen. Diese Bilder werden als Beweis für eine politische Motivation der Tat angeführt.
Faktencheck: Bilder sind manipuliert
Die Ermittlungsbehörden schließen einen politischen oder religiösen Hintergrund der Tat bislang aus. Der Tatverdächtige wurde nach der Festnahme in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen, da er laut Staatsanwaltschaft im Zustand verminderter Schuldfähigkeit gehandelt haben soll.
Ein genauer Vergleich der kursierenden Bilder mit authentischen Aufnahmen des Mannes zeigt deutliche Unterschiede in den Gesichtszügen und Tätowierungen. Die DPA wertete dazu ältere Fotos des Täters sowie ein Video seiner Festnahme aus.
Weitere Details sprechen für eine Bildmanipulation: Die angeblichen Instagram-Screenshots stammen von einem nicht existierenden Account, und die dargestellte Instagram-Oberfläche entspricht nicht dem aktuellen Design, sondern einer frei verfügbaren Vorlage aus einer Bildbearbeitungsplattform. In höher aufgelösten Versionen sind die Texte auf den Shirts kaum lesbar oder wirken verzerrt – ein typisches Merkmal KI-generierter Inhalte.
Die betreffenden Beiträge wurden teils mehrere Hundert Male geteilt. Die DPA rät zur Vorsicht bei der Verbreitung ungeprüfter Bilder und verweist auf offizielle Quellen wie die Polizei Leipzig und den Verfassungsschutz.



