Amokfahrt in Leipzig: Täter war am Vortag in Psychiatrie
Amokfahrt Leipzig: Täter am Vortag in Psychiatrie

Leipzig – Mitten in der Leipziger Innenstadt endet ein Montagnachmittag in tödlichem Chaos: Ein Auto rast 600 Meter durch die Fußgängerzone, zwei Menschen sterben, viele werden verletzt. Dort, wo sonst gebummelt und gelacht wird, soll Jeffrey K. mit rund 80 km/h durch die Menge gefahren sein. Jetzt wird bekannt: Nur einen Tag vor der Amokfahrt war er noch in der Psychiatrie untergebracht.

Der mutmaßliche Täter

Der mutmaßliche Täter ist der Deutsche Jeffrey K., ein Haustechniker aus Leipzig. Er ist verheiratet und Vater eines Kindes. Nach Informationen dieser Redaktion befand er sich noch am Sonntag in einer psychiatrischen Einrichtung in Leipzig. Er soll sich selbst eingewiesen haben. Die Entlassung am Sonntag erfolgte jedoch offenbar nicht freiwillig. Wegen aggressiven Verhaltens gegenüber anderen Patienten soll K. der Psychiatrie verwiesen worden sein. Ob die Klinik bei seiner Entlassung die Polizei informiert hat, ist nicht bekannt. Fest steht lediglich: K. verließ das psychiatrische Krankenhaus am Sonntag.

Die Tat

Nur einen Tag später soll Jeffrey K. sein Auto als Waffe genutzt haben. Um 16.45 Uhr begann der Horror. Ein beigefarbener Volkswagen Taigo biegt plötzlich am Augustusplatz in die Fußgängerzone ein. Dann rast der Wagen durch die Grimmaische Straße. Er erfasst zahlreiche Menschen. Eine Frau soll sich auf dem Fahrzeugdach festgeklammert haben. Ein 77-jähriger Mann aus Leipzig und eine 63-jährige Frau aus Oberfranken wurden getötet. Erst ein Poller stoppt die Fahrt am Ende der Grimmaischen Straße. Nur wenige Meter vor der Commerzbank-Filiale ist Schluss. Augenzeugen berichten, der Fahrer habe apathisch und regungslos hinter dem Steuer gesessen. Ohne Widerstand lässt sich Jeffrey K. festnehmen. Wie die LVZ berichtet, sei er schon vor der Tat polizeibekannt gewesen.

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Nach der Festnahme

Nach Informationen dieser Redaktion wurde K. nach der Festnahme in die Uniklinik Leipzig gebracht und von einem Arzt untersucht. Dieser entschied, dass er aufgrund seiner psychischen Verfassung nicht haftfähig ist. Jeffrey K. ist derzeit im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz untergebracht. Nach bisherigen Erkenntnissen wird eine politische Motivation ausgeschlossen. Als Auslöser für die Amokfahrt könnte ein Streit im familiären Umfeld in Frage kommen.

Ermittlungen

Auch am Dienstag bleibt die Leipziger Innenstadt rund um den Tatort abgeriegelt. Wo die Amokfahrt endete, steht ein großes Zelt, Ermittler sichern weiter Spuren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen zweifachen Mordes sowie versuchten Mordes in mindestens zwei weiteren Fällen. Eine Haftrichtervorführung soll heute stattfinden.

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