Nach der schrecklichen Amokfahrt in Leipzig, bei der mehrere Menschen ums Leben kamen, steht nun die Frage im Raum: Ist der mutmaßliche Täter vermindert schuldfähig? Der Beschuldigte wurde bereits in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen, um seinen Geisteszustand zum Tatzeitpunkt zu untersuchen.
Ermittlungen zur Schuldfähigkeit
Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat angeordnet, dass der 32-jährige Mann umfassend psychiatrisch begutachtet wird. Dabei soll geklärt werden, ob bei ihm eine erhebliche Verminderung der Schuldfähigkeit gemäß § 21 StGB vorlag. Sollte dies der Fall sein, könnte das Strafmaß deutlich gemildert werden. Die Gutachter sollen insbesondere prüfen, ob der Täter unter einer schweren psychischen Störung litt, die seine Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit beeinträchtigte.
Die Tat und ihre Folgen
Am vergangenen Wochenende raste der Mann mit seinem Fahrzeug in eine Menschenmenge in der Leipziger Innenstadt. Dabei starben zwei Menschen, mehrere weitere wurden teils schwer verletzt. Die Polizei konnte den Fahrer noch am Tatort überwältigen und festnehmen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft, wurde aber aufgrund seines psychischen Zustands in die Psychiatrie verlegt.
Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Ermittler gehen derzeit von einem Einzeltäter aus, ein terroristisches Motiv konnte bisher nicht bestätigt werden. Auch eine psychische Erkrankung wird als mögliche Ursache diskutiert. Der Täter soll bereits in der Vergangenheit auffällig gewesen sein, jedoch nicht vorbestraft.
Rechtliche Einordnung
Rechtsexperten erklären, dass eine verminderte Schuldfähigkeit nicht automatisch zu einer geringeren Strafe führt. Das Gericht kann die Strafe im Rahmen des Strafrahmens mildern, muss es aber nicht. Entscheidend ist das Gutachten der Psychiater, das in den kommenden Wochen erstellt werden soll. Der Verteidiger des Beschuldigten kündigte bereits an, dass er eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus anstreben werde, falls die Schuldfähigkeit erheblich gemindert sei.
Die Stadt Leipzig steht unter Schock. Am Tatort wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. Die Bürgermeisterin sprach den Opfern und Angehörigen ihr Beileid aus und versprach eine lückenlose Aufklärung. Die Amokfahrt hat eine Debatte über Sicherheit in Innenstädten und den Umgang mit psychisch kranken Straftätern neu entfacht.
Bis zum Abschluss der Ermittlungen und der psychiatrischen Untersuchung bleibt der mutmaßliche Täter in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie. Ein Prozessbeginn ist frühestens im Herbst zu erwarten.



