Gewaltausbruch im Hirschgarten: Nothämmer als Waffe bei Jugendstreit
Die Münchner Polizei ermittelt gegen zwei Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung nach einem brutalen Angriff im Hirschgarten. Die Täter sollen am Montagabend gegen 20 Uhr auf dem Skatergelände zwei 15-jährige Schüler mit Nothämmern attackiert haben. Laut Polizeisprecher Ralf Kästle schlugen die Angreifer mit zwei solcher Notfallwerkzeuge zu, die eigentlich für den öffentlichen Nahverkehr bestimmt sind.
Auslöser war eine Beleidigung im Internet
Dem gewalttätigen Vorfall ging eine kränkende Bemerkung über einen verstorbenen Großvater voraus. Die beiden 15-Jährigen aus München hatten sich mit den mutmaßlichen Tätern verabredet, um eine Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, die auf der Videoplattform TikTok eskaliert war. In einem dort veröffentlichten Video war offenbar der Opa eines gemeinsamen Freundes beleidigt worden. Die Schüler wollten die Ehre ihres Kameraden retten, doch die geplante Aussprache artete in Gewalt aus.
Die Angreifer waren laut Polizeiangaben auf Konfrontation aus und griffen die beiden 15-Jährigen unvermittelt an. Bei dem Überfall erlitten die Opfer leichte Verletzungen. Die mutmaßlichen Täter flüchteten anschließend aus dem Hirschgarten. Die verletzten Teenager gingen nach Hause, informierten ihre Eltern, und diese erstatteten Anzeige bei der Polizei. Das Kommissariat 23 hat die Ermittlungen aufgenommen.
Nothämmer werden zunehmend als Waffen missbraucht
Die Tat wirft ein Schlaglicht auf einen besorgniserregenden Trend: Nothämmer, wie sie in Bussen und Bahnen für Notfälle bereitliegen, um Scheiben einzuschlagen, kommen immer häufiger als Bewaffnung bei Jugendlichen zum Einsatz. Da in vielen öffentlichen Bereichen wie Bahnhöfen oder dem Alten Botanischen Garten Messer und andere Waffen verboten sind, scheinen einige Jugendliche auf diese Notfallwerkzeuge auszuweichen. Polizeikontrollen fördern in letzter Zeit vermehrt solche Nothämmer zutage.
Die Identität der beiden Angreifer ist bisher noch nicht vollständig geklärt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die gefährliche Körperverletzung und die Umstände, die zu diesem brutalen Vorfall führten. Die Polizei warnt vor der zunehmenden Nutzung von Alltagsgegenständen als Waffen und appelliert an die Vernunft der Jugendlichen.



