Martensteins ironische Antwort an den "Umverteilungsprofessor"
In seiner neuen täglichen Kolumne für BILD richtet sich der 72-jährige Journalist Harald Martenstein mit beißender Ironie an Marcel Fratzscher, der aufgrund seiner Steuer- und Umverteilungsvorschläge den Spitznamen "der Umverteilungsprofessor" trägt. Martenstein nimmt Fratzschers Ideen zur Besteuerung von Immobilienwertsteigerungen aufs Korn und entwickelt daraus eine ganze Palette absurder Steuerfantasien.
Von der Pferdesteuer bis zum Klimasoli
Martenstein parodiert Fratzschers Ansatz mit einer Reihe immer skurrilerer Steuervorschläge: "Münzsammlungen, Bilder, alte Comic-Hefte, das wird alles leistungslos wertvoller. Steuer drauf!", schreibt er. Seine Liste reicht von Finderlohnsteuer und Schönheits-OP-Steuer über KI-Steuer und Gartengrillsteuer bis hin zu einer Wintersteuer (ab einem Grad minus) und einem Klimasoli (ab einem Grad plus). Besonders pikant: eine nach Einkommen gestaffelte Demokratieabgabe für unsachliche Kritik an Regierungsmaßnahmen.
Die Immobilienfrage im Fokus
Ausgangspunkt von Martensteins satirischem Rundumschlag ist Fratzschers Vorschlag, Wertsteigerungen von Immobilien zu besteuern. Martenstein malt das Bild von Großeltern, die 1980 ein Haus auf Kredit gekauft haben, dafür "malocht" und mit allen Zinsen über die Jahre 350.000 Mark bezahlt haben - nur um heute bei einem Verkaufswert von 600.000 Euro besteuert zu werden, wenn sie mit dem Gewinn in ein Seniorenheim ziehen wollen. "So was finden Sie ungerecht", kommentiert Martenstein trocken Fratzschers Position.
Institutionalisierung der Umverteilungswissenschaft
Als krönenden Abschluss seiner satirischen Steuerrevolution schlägt Martenstein die Einrichtung von Marcel-Fratzscher-Lehrstühlen für Redistribution (Umverteilungswissenschaft) an deutschen Universitäten vor. Finanziert werden sollen diese Lehrstühle durch einen allgemeinen Umverteilungsbeitrag, den jeder Haushalt zu leisten hat. Mit dem abschließenden Satz "Ich hoffe, das war hilfreich für Sie. Hochachtungsvoll Ihr Harald Martenstein" unterzeichnet der Kolumnist seinen ironischen Beitrag.
Die Kolumne erscheint täglich in BILD und bietet Lesern die Möglichkeit, direkt an Martenstein zu schreiben. Der Beitrag steht in der Tradition politischer Satire und kommentiert aktuelle steuerpolitische Debatten mit beißendem Humor, während er gleichzeitig grundsätzliche Fragen nach Leistung, Eigentum und staatlicher Umverteilung aufwirft.



