Insolvenz am Ostseestrand: Vier-Sterne-Hotel auf Usedom meldet Pleite an
Vier-Sterne-Hotel auf Usedom meldet Insolvenz an

Insolvenz am Strand: Vier-Sterne-Hotel auf Usedom pleite

Die Ostseeinsel Usedom ist berühmt für ihre 42 Kilometer langen Sandstrände und die längste Sonnenscheindauer Deutschlands. Dennoch hat jetzt ein Hotel auf der beliebten Insel Insolvenz angemeldet. Das Vier-Sterne-Hotel Kaliebe in Trassenheide, nur 250 Meter vom feinsandigen Strand entfernt, geriet kurz vor dem Saisonstart in finanzielle Schieflage.

Verfahren eröffnet und Insolvenzverwalter bestellt

Das Amtsgericht Leipzig hat am 9. März das Insolvenzverfahren für die Breitenfelder Verwaltungs GmbH eröffnet, zu der das Hotel Kaliebe und das Hotel Schloss Breitenfeld in Leipzig gehören. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde bestellt, um die wirtschaftliche Situation der beiden Häuser mit insgesamt 20 Mitarbeitern und fünf Auszubildenden zu prüfen. Die Gehälter der Angestellten sind für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Beide Hotels bleiben vorerst geöffnet, und Veranstaltungen finden statt.

Gründe für die finanzielle Krise

Der aktuelle Betreiber, der sich auf Anfrage nicht äußern möchte, hatte das Hotel in Mecklenburg-Vorpommern mit erheblichen Investitionen saniert und aus einem Drei-Sterne-Haus ein Vier-Sterne-Hotel gemacht. Doch nun scheint das finanzielle Polster aufgebraucht. Nach Informationen spielen Umsatzeinbußen, zu wenig Gäste und die Konkurrenz durch günstigere Hotels auf der nahen polnischen Seite eine entscheidende Rolle. Krister Hennige (59), Dehoga-Chef auf Usedom, kennt das Hotel gut und hofft auf einen Investor, um den Betrieb fortzusetzen.

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Viele Hotels an der Ostsee in Schwierigkeiten

Die Insolvenz des Hotel Kaliebe ist kein Einzelfall. Immer mehr Hotels und Lokale an der Ostsee geraten in finanzielle Not. Viele Betriebe kämpfen mit fehlenden Arbeitskräften sowie zu hohen Energie- und Lebensmittelkosten, erklärt Hennige. Die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie hilft zwar vielen, doch für einige kommt sie zu spät. Selbst Europas größter Hotelbetreiber ist betroffen, unter anderem mit einem Hotel auf der Ostseeinsel Rügen. In Stralsund musste der traditionsreiche Scheelehof schließen, und auf Usedom wurde das Hotel Usedom Palace nach 125 Jahren für immer geschlossen.

Hennige geht davon aus, dass noch weitere Hotels Probleme bekommen könnten. Die Situation unterstreicht die Herausforderungen, denen die Tourismusbranche an der Ostsee aktuell gegenübersteht.

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