Benedikt Toth: „Ich verachte diese Person – aber auch sie hat Rechte“
Benedikt Toth: „Ich verachte diese Person – aber auch sie hat Rechte“

Vor fast 20 Jahren wurde Charlotte Böhringer in der Baaderstraße brutal ermordet. Ihr Neffe Benedikt Toth, auch Bence genannt, wurde als Täter verurteilt. Doch bis heute beteuert er seine Unschuld und hat einen konkreten Verdacht, wer der wahre Mörder gewesen sein könnte. In einem exklusiven Interview spricht er über den Fund der Leiche, 17 Jahre Haft, seine Zweifel an der Justiz und die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Verfahrens.

Die Tat und ihre Folgen

Charlotte Böhringer wurde vor fast zwei Jahrzehnten in ihrer Wohnung in der Baaderstraße in München getötet. Die Obduktion ergab, dass sie mit zahlreichen Messerstichen ums Leben kam. Benedikt Toth, damals ein junger Mann, geriet schnell in Verdacht. 2007 wurde er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Seitdem sitzt er im Gefängnis, doch er hat nie aufgehört, seine Unschuld zu beteuern.

Ein Leben hinter Gittern

17 Jahre Haft haben Spuren hinterlassen. Toth berichtet von der schwierigen Zeit im Gefängnis, von Einsamkeit und Verzweiflung. Doch er hat auch gelernt, mit der Situation umzugehen. „Ich verachte diese Person, die meine Tante getötet hat, aber auch diese Person hat Rechte“, sagt Toth im Interview. Er meint damit den wahren Täter, den er zu kennen glaubt.

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Der Verdacht gegen eine andere Person

Benedikt Toth hat einen konkreten Verdacht, wer Charlotte Böhringer ermordet haben könnte. Er nennt jedoch keinen Namen, sondern deutet an, dass es sich um eine Person aus dem Umfeld seiner Tante handele. „Ich habe Beweise, die nicht beachtet wurden“, erklärt er. Seine Anwälte haben bereits mehrere Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt, die jedoch alle abgelehnt wurden.

Hoffnung auf Gerechtigkeit

Trotz der Rückschläge gibt Toth die Hoffnung nicht auf. Er glaubt an eine Wiederaufnahme des Falls und an eine neue Verhandlung, die seine Unschuld beweisen wird. „Die Wahrheit wird ans Licht kommen“, ist er überzeugt. Seine Familie und Unterstützer kämpfen ebenfalls für seine Freilassung.

Das Interview mit Benedikt Toth wirft ein neues Licht auf einen der spektakulärsten Mordfälle Münchens. Es zeigt die menschliche Seite eines Verurteilten, der trotz allem an das Rechtssystem glaubt – und an die Möglichkeit, dass auch er eines Tages Gerechtigkeit erfahren wird.

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