Crans-Montana: Überlebende Roze gedenkt mit weißen Rosen der 41 Brandopfer
Überlebende Roze gedenkt mit Rosen der 41 Brandopfer

Crans-Montana: Überlebende Roze gedenkt mit weißen Rosen der 41 Brandopfer

Mit einem Arm voller weißer Rosen steht die 18-jährige Roze an jenem Ort in Crans-Montana, der für immer mit unermesslichem Leid verbunden bleibt. Hier verbrannten in der Silvesternacht 41 Menschen, überwiegend Teenager, als Wunderkerzen die Schaumstoffdecke der Bar "Le Constellation" entzündeten. Roze selbst wurde in jener Schicksalsnacht schwerst verletzt und lag anschließend 18 Tage lang im Koma. Die Brandwunden in ihrem Gesicht sind noch deutlich sichtbar, auch wenn die äußeren Verletzungen langsam abheilen.

Stilles Gedenken am Ort des Grauens

Am Samstag versammelten sich Dutzende Menschen vor der zerstörten Bar zu einer stillen Andacht. Über soziale Medien hatten Angehörige zu dieser Gedenkveranstaltung aufgerufen. Um 10 Uhr legten Trauernde Blumen am Unglücksort nieder und gedachten der unschuldigen Opfer dieser Feuer-Katastrophe. Nach all den lauten Worten und emotionalen Auseinandersetzungen der vergangenen Tage war dies ein Moment der Stille und des gemeinsamen Schmerzes.

Roze war in der Unglücksnacht nicht zum Feiern in der Bar, sondern sollte die Party filmen. Ihre Kamera hat sie mittlerweile der Polizei für die Ermittlungen übergeben. Nun beginnt sie, sich zurück ins Leben zu kämpfen – in ein Leben, das nie mehr so sein wird wie zuvor. Ihre weißen Rosen legte sie als stummes Zeichen der Erinnerung an dem Ort nieder, an dem nicht nur 41 Menschen starben, sondern auch ihr eigenes früheres Leben ein Ende fand.

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Angehörige zwischen Trauer und Wut

Unter den Trauernden befand sich auch Gulcin Kaya, die ihren 18-jährigen Sohn Taylan in den Flammen verlor. Sie legte rote Rosen zur Erinnerung an ihren Sohn nieder. Ihre Wut richtet sich gegen die Bar-Betreiber Jacques und Jessica Moretti, denen sie am Donnerstag bei deren Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft gegenübertrat. "Ihr habt unsere Kinder getötet", schrie sie dem Paar entgegen.

Der Zeitung "Corriere della Sera" gegenüber äußerte Gulcin Kaya, dass sie nur noch Wut empfinde. Zwar habe sich Jessica Moretti entschuldigt, doch die verzweifelte Mutter fragt: "Kann man das bei 41 Opfern?" Insgesamt wurden bei dem verheerenden Brand 115 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Die psychischen Wunden bei Angehörigen und Überlebenden werden noch lange Zeit benötigen, um zu heilen – wenn sie überhaupt jemals ganz verheilen werden.

Die Tragödie von Crans-Montana hat die Schweizer Gemeinde tief erschüttert und wirft Fragen nach Sicherheitsvorkehrungen in Vergnügungsstätten auf. Während die Ermittlungen zu den genauen Ursachen und möglichem Fehlverhalten weiterlaufen, bleibt für die Hinterbliebenen vor allem der schmerzhafte Verlust und der Kampf um einen neuen Lebenssinn.

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