Berliner Polizei: Weniger Taser-Einsätze, aber deutlich mehr Verletzte durch Elektroschocks
Berlin: Weniger Taser-Einsätze, aber mehr Verletzte

Berliner Polizei: Weniger Taser-Einsätze, aber deutlich mehr Verletzte durch Elektroschocks

Die Statistik der Berliner Polizei zum Einsatz von Taser-Waffen zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: Während die Anzahl der Einsätze mit den Distanzelektroimpulsgeräten im vergangenen Jahr zurückging, stieg die Zahl der Verletzten deutlich an. Aus einer parlamentarischen Anfrage des Grünen-Abgeordneten Vasili Franco an die Berliner Innenverwaltung geht hervor, dass 2025 insgesamt 58 Menschen bei Taser-Einsätzen verletzt wurden.

Zahlen belegen deutlichen Anstieg der Verletzungen

Der Vergleich mit dem Vorjahr offenbart einen alarmierenden Trend: 2024 waren lediglich 32 Personen bei Taser-Einsätzen verletzt worden. Das bedeutet einen Anstieg um über 80 Prozent innerhalb eines Jahres. Gleichzeitig sank die Gesamtzahl der Taser-Einsätze von 155 auf 147. Diese Daten wurden bereits von der Berliner Morgenpost aufgegriffen und werfen Fragen zur Effektivität und Sicherheit der Elektroschock-Waffen auf.

Allerdings weist die Innenverwaltung darauf hin, dass die Statistik für 2025 noch nicht vollständig ist. Es gebe noch offene Vorgänge, die bisher nicht erfasst wurden, was bedeutet, dass die endgültigen Zahlen möglicherweise noch höher ausfallen könnten.

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Wie Taser funktionieren und warum sie umstritten sind

Bei Tasern handelt es sich um sogenannte Distanzelektroimpulsgeräte (DEIG), die aus geringer Distanz Elektroschocks abgeben können. Diese Schocks machen einen Menschen in der Regel vorübergehend handlungsunfähig, ohne dass Polizeibeamte zur herkömmlichen Schusswaffe greifen müssen. Die Waffen sollen primär dem Schutz der Einsatzkräfte dienen.

Doch genau diese Anwendung ist nicht unumstritten. Besonders die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus üben scharfe Kritik an der zunehmenden Zahl von Verletzungen. Der Abgeordnete Vasili Franco kommentierte die Antworten auf seine Anfrage mit deutlichen Worten: „Dass mehr Tasereinsätze zu mehr Verletzten führen, scheint für die Innenverwaltung völlig irrelevant zu sein.“

Politische Debatte über den Einsatz von Elektroschock-Waffen

Die Diskussion um den Einsatz von Taser-Waffen bei der Polizei gewinnt durch die neuen Zahlen an Schärfe. Kritiker argumentieren, dass die gestiegene Verletzungsrate trotz rückläufiger Einsatzzahlen auf problematische Anwendungsmuster hindeuten könnte. Folgende Aspekte stehen dabei im Fokus:

  • Die Sicherheit der eingesetzten Technologie
  • Die Ausbildung der Polizeibeamten im Umgang mit den Geräten
  • Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Elektroschocks
  • Alternative Methoden zur Deeskalation von Konfliktsituationen

Die Berliner Innenverwaltung muss sich nun den Fragen nach der Verhältnismäßigkeit und der tatsächlichen Schutzwirkung der Taser-Waffen stellen. Die Entwicklung der kommenden Monate wird zeigen, ob die Polizei ihre Einsatzstrategien anpassen wird oder ob die Zahl der Verletzungen weiter steigt.

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