Serien-Betrüger kassiert für Hansa-Rostock-Dauerkarte und Spielkonsolen – Bewährung trotz Vorstrafen
Betrüger kassiert für Hansa-Dauerkarte – Bewährung trotz Vorstrafen

Serien-Betrüger täuschte mit Hansa-Dauerkarte und Spielkonsolen

Ein junger Mann aus der Region Mecklenburgische Seenplatte hat nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes eine Betrugsserie über eine bekannte Online-Verkaufsplattform gestartet. Das Amtsgericht Neubrandenburg verurteilte den geständigen Angeklagten nun zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Betrug begann mit gefälschter Fußball-Dauerkarte

Die kriminelle Karriere des Mannes nahm ihren Anfang mit einer angeblichen Dauerkarte für das Ostseestadion des FC Hansa Rostock. Für die Saison 2023/24 bot er die Karte für 90 Euro an, kassierte das Geld eines Interessenten aus Rostock, lieferte jedoch niemals die versprochene Eintrittskarte. „Ich hatte damals meinen Job verloren, hatte deshalb Finanzprobleme und wollte mein Einkommen aufbessern“, gab der Angeklagte aus einem Dorf bei Demmin während der Gerichtsverhandlung zu.

Systematische Täuschung mit begehrten Produkten

Die Betrugsmethode des Mannes folgte einem klaren Muster:

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  • Angebot besonders gefragter Waren wie Spielkonsolen, Smartphones und Arbeitskleidung
  • Kassieren von Zahlungen zwischen 105 und 250 Euro pro Artikel
  • Keine Lieferung der bestellten Produkte an die Käufer
  • Besonders dreist: Eine Spielkonsole bot er gleich dreimal nacheinander an

Insgesamt sieben Betrugsfälle aus den Jahren 2023 und 2024 wurden vor Gericht verhandelt, bei denen ein Gesamtschaden von 820 Euro entstand. Die betrogenen Käufer stammten unter anderem aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

Richterin zeigt sich skeptisch trotz Geständnis

Obwohl der Angeklagte ein vollständiges Geständnis ablegte und damit den Prozess abkürzte, blieb Richterin Iris Hagedorn skeptisch. „Ich hab da wohl den Überblick verloren“, erklärte der Betrüger zu seinem Vorgehen – eine Aussage, die bei der Richterin auf wenig Verständnis stieß.

Besonders problematisch: Im Vorstrafenregister des Mannes finden sich bereits 15 Eintragungen, darunter mehrere einschlägige Verurteilungen wegen Betruges. Bereits einmal hatte er eine Bewährungsstrafe verbüßt, während derer er tatsächlich keine Straftaten beging.

Bewährung mit strengen Auflagen

Das Gericht entschied sich dennoch für eine Bewährungsstrafe mit mehreren Bedingungen:

  1. Dreijährige Bewährungszeit unter Aufsicht eines Bewährungshelfers
  2. Zahlung von 3000 Euro an den Weißen Ring, eine Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer
  3. Vollständige Wiedergutmachung des entstandenen Schadens

Ein entscheidender Faktor für die milde Strafe war die aktuelle Lebenssituation des Angeklagten. „Da verdiene ich zwischen 2200 und 3500 Euro im Monat“, gab der Mann an, der inzwischen einen festen Job bei einer Firma hat, die Baustraßen aufstellt. Seit seiner Anstellung beging er nach eigenen Angaben keine weiteren Betrügereien mehr.

Weitere Strafen aus anderen Verfahren

Parallel zu diesem Urteil muss der Verurteilte noch weitere Konsequenzen tragen. Erst zwei Wochen vor der Verhandlung in Neubrandenburg hatte das Amtsgericht Perleberg in Brandenburg eine Geldstrafe von 4200 Euro für weitere Betrugsfälle verhängt. Auch in diesen Fällen hatte der Mann Arbeitskleidung besonders günstig angeboten, aber nicht geliefert.

Richterin Hagedorn mahnte den Verurteilten abschließend: „Das sollte am besten auch so bleiben“, und verwies auf die ernsten Konsequenzen bei einem erneuten Fehlverhalten. Der Angeklagte nahm den Schuldspruch noch im Gerichtssaal an und zeigte sich einsichtig.

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