Für René Hetzel und seine Frau Andrea sollte der Sommer 2026 ein Highlight werden. Um viel Zeit im Grünen zu verbringen, pachteten sie im Vorjahresherbst eine Parzelle in der Prenzlauer Kleingartenanlage „Apfelblüte“. „Wir waren so happy“, erinnert sich das Paar. Sie übernahmen sogar die Pflege des verwilderten Nachbargrundstücks. Doch die geplanten Aufräumarbeiten ruhen, denn nur wenige Meter von ihrer Sitzecke entfernt hat sich ein riesiges Bienenvolk in einem morschen Stamm eingenistet.
Die beängstigende Entdeckung
Andrea Krause machte die Entdeckung Ende vergangener Woche: „Da zog plötzlich eine große dunkle Wolke auf – begleitet von einem unheilvollen Brummen, auf einmal war der Himmel schwarz“, schildert die dreifache Mutter. „Ich unterbrach das Umgraben und rief meinen Mann, der im Gewächshaus Pflanzen pikierte. Für einen Moment dachte ich: So muss die Apokalypse aussehen.“ Wenig später identifizierten die Schrebergärtner das Gebilde als Bienenvolk und brachten sich in Sicherheit. In der Laube riefen sie den Schwarmnotruf an. Ein Imker kam mit einer Brut-Kiste, um die Bienen anzulocken, doch das Vorhaben misslang.
Keine Hilfe in Sicht
Als der Imker tags darauf wiederkam, hatte sich der Schwarm bereits im morschen Kirschbaum gemütlich gemacht. Die Familie erhielt die Antwort, dass sie damit bis zum Winter leben müssten. „Sollte das Volk dann gestorben sein, könnten wir den Baum mit Bauschaum ausschäumen“, wurde ihnen geraten. Bis dahin sollten sie auf starke Parfums verzichten und keinen Krach machen, um die Bienen nicht in Angriffslaune zu versetzen. Der Imker bestätigte dies und bedauerte, nicht helfen zu können. Er vermutet, dass der Stamm bereits ein Volk beherbergt hatte, das an der Varroamilbe starb. „In dem Baum fand der Schwarm eine komplett eingerichtete Wohnung mit Nahrungsreserven.“
Empfehlung des Imkers
Der Imker empfiehlt, die Kirsche mit hohen Pfählen zu umstellen und eine Plane zu ziehen. Dadurch würden die Bienen beim Ausflug sofort in die Luft steigen, was die Gefahr minimiere. Die Familie ist von der Idee nicht begeistert: „Wir haben richtig Angst vor dem Sommer, denn schätzungsweise 40.000 Bienen sind eine potenzielle Gefahr.“ Andrea Krause betont: „Ich habe nichts gegen Insekten, sondern habe bienenfreundliche Pflanzen gesetzt, aber das ist eine andere Dimension.“ Ihre Sorge gilt auch den drei Kindern und den beiden Hunden: „Es muss doch eine andere Lösung geben.“



