Ein interner Brandbrief erschüttert die AfD: Der scheidende Parteimann Rüdiger Klos hat in einem Schreiben an die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie an die baden-württembergische Landesspitze schwere Vorwürfe erhoben. In dem Brief, der dem SPIEGEL vorliegt, beklagt Klos „Zustände wie in Nordkorea“ – allerdings nicht im Staat, sondern in der eigenen Partei. Besonders attackiert er den Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier.
Vorwürfe gegen Frohnmaier
Klos, der jahrelang in der AfD aktiv war, wirft Frohnmaier systematischen Machtmissbrauch vor. Er spricht von einem „Geschäftsmodell AfD“, bei dem es nicht um politische Inhalte, sondern um persönliche Bereicherung gehe. Konkret nennt Klos unklare Finanzflüsse, Vetternwirtschaft und die Missachtung von Parteibeschlüssen. „Frohnmaier hat die Partei zu seinem eigenen Machtapparat umgebaut“, schreibt Klos.
Reaktionen aus der Partei
Die AfD-Spitze reagierte bislang nicht öffentlich auf die Vorwürfe. Aus Parteikreisen heißt es jedoch, der Brief sei „Ausdruck persönlicher Verbitterung“. Klos selbst erklärte, er wolle mit dem Brief ein Zeichen setzen: „Ich kann nicht länger schweigen, wenn die Partei ihre eigenen Grundsätze verrät.“ Der Brandbrief könnte interne Konflikte weiter verschärfen, insbesondere im baden-württembergischen Landesverband, wo Frohnmaier eine einflussreiche Rolle spielt.
Klos kündigte an, sich aus der Politik zurückzuziehen. Seine Abrechnung mit der Parteispitze wird in der AfD als weiteres Zeichen für die tiefen Gräben innerhalb der Partei gewertet.



