Rheinmetall will sich Kieler Marinewerft einverleiben
Rheinmetall will Kieler Marinewerft kaufen

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall hat sein Interesse an der Übernahme der Kieler Marinewerft German Naval Yards bekundet. Wie Konzernchef Armin Papperger bei einer Analysten-Telefonkonferenz mitteilte, habe man ein unverbindliches Angebot zum Kauf des Unternehmens abgegeben, das bislang zur französischen Werftengruppe CMN Naval gehört.

Werftkapazitäten sollen erweitert werden

Rheinmetall möchte seine Werftkapazitäten ausbauen. Nach der erfolgreichen Übernahme der Marinesparte der Bremer Lürssen-Gruppe, die Ende Februar abgeschlossen wurde, ist der Düsseldorfer Konzern nun auf der Suche nach weiteren Übernahmemöglichkeiten im Schiffbausektor. „Wir wollen unsere Präsenz im Marineschiffbau stärken“, betonte Papperger.

Im Rahmen des geplanten Kaufs von German Naval Yards soll nun eine detaillierte Datenanalyse, die sogenannte Due Diligence, durchgeführt werden. Auf Basis dieser Prüfung will Rheinmetall dann über ein verbindliches Angebot entscheiden.

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Konkurrenz durch TKMS

Allerdings ist Rheinmetall nicht der einzige Interessent. Auch der U-Boot-Bauer ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat bereits ein Angebot für die Kieler Werft abgegeben. TKMS und German Naval Yards teilen sich bereits eine Werftfläche in Kiel, was eine Übernahme durch TKMS strategisch sinnvoll erscheinen lässt.

German Naval Yards beschäftigte im August 2025 rund 400 Mitarbeiter. Die Werft ist auf den Bau und die Reparatur von Marineschiffen spezialisiert und gilt als wichtiger Standort für die deutsche Marineindustrie.

Rheinmetalls Expansion im Schiffbau

Mit der Übernahme der Lürssen-Marinesparte ist Rheinmetall erst vor wenigen Monaten in den Schiffbau eingestiegen. Der Konzern, der bisher vor allem für Panzer und andere Landsysteme bekannt war, verfolgt damit eine Strategie der Diversifizierung. Die Expansion in den Marineschiffbau soll neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnen und die Abhängigkeit von einzelnen Rüstungsbereichen verringern.

Die Entscheidung über den Zuschlag für German Naval Yards wird in den kommenden Wochen erwartet. Beide Bieter haben ihre Angebote vorgelegt, nun liegt es an der französischen Eigentümerin CMN Naval, welches Angebot sie bevorzugt.

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