Vor Verhandlungen über Kriegsende: Ist Trumps Iran-Deal besser als Obamas?
Washington/Teheran – Steht ein Verhandlungsdurchbruch zur Beendigung des Iran-Krieges bevor? Washington und Teheran arbeiten an einem 14-Punkte-Plan als Rahmen für Detailverhandlungen. Binnen 30 Tagen könnte ein „Deal“ stehen, heißt es aus US-Verhandlungskreisen, und US-Präsident Donald Trump (79) spricht von „diplomatischen Fortschritten“. Die Welt – durch die Blockade der Straße von Hormus in eine Energiekrise gestürzt – atmet auf. Die Ölpreise purzeln, Börsianer jubeln.
Bisher sickerten nur Konturen des Plans durch, den Trumps Emissäre Steve Witkoff (69) und Jared Kushner (45) vorbereiteten. Doch was bekannt ist, erinnert ausgerechnet an jenes US-Iran-Abkommen, das Trump seit Jahren verspottet: den internationalen Atomdeal (Joint Comprehensive Plan of Action/JCPOA) aus der Ära von Barack Obama (64). Trump behauptete immer wieder, die Welt – insbesondere die Mullahs – hätten sich über den damaligen Präsidenten „totgelacht“. Der Demokrat habe dem Iran damals einen Fahrplan zur Atombombe ermöglicht und das Regime durch die Freigabe eingefrorener Milliarden als Terrorsponsor gestärkt.
Ein Jahr, nachdem Trump 2017 ins Oval Office eingezogen war, verwarf er das Abkommen. Jetzt, nach zwei Monaten Iran-Krieg und ersten Details eines möglichen Friedensvertrags, drängt sich die Frage auf: Sind beide Deals wirklich so verschieden? BILD macht den Vergleich:
Zentrifugen in der iranischen Uran-Anreicherungsanlage Natanz: Atomanlagen sind beschädigt aber nicht vernichtet
Irans Atomprogramm: einfrieren oder begrenzen? Beim Trump-Plan müsste Iran sein Atomprogramm offenbar einfrieren. Wie lange? Teheran schlägt laut Berichten fünf Jahre vor. Die Amerikaner wollen laut „Axios“ 12 bis 15 Jahre. Unter Obama blieb Urananreicherung erlaubt, aber nur bis 3,67 Prozent. Für Atomwaffen braucht es deutlich mehr. Teheran soll inzwischen mehr als 400 Kilo nahezu waffenfähiges Uran besitzen – Material, das erst in den Jahren nach dem Ende des Obama-Abkommens entstand. Beide Pläne setzen auf Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO.
Rückgabe eingefrorener Vermögen: Eine genaue Summe gibt es beim Trump-Plan bisher nicht. In früheren Berichten war von sechs Milliarden Dollar die Rede. Die Maximalforderung des Mullah-Regimes lag bei 27 Milliarden. Unter Obama wurden 1,7 Milliarden Dollar zurückgezahlt. Trump spricht bis heute gern von „Koffern voller Bargeld“, die in den Iran geschifft worden seien.
Aggressor Iran: Kaum Fokus bei beiden Deals. Über Irans Rolle als Terror-Sponsor in der Region – mit verbündeten Milizen wie Hamas, Hisbollah oder den Huthis – ist beim neuen Trump-Vorstoß bisher wenig bekannt. Dasselbe gilt für mögliche Beschränkungen bei Drohnen und Raketen. Dieses Reizthema stand allerdings auch unter Obama nicht im Zentrum des Atomdeals.
Trump könnte einen möglichen diplomatischen Durchbruch dennoch als Erfolg verkaufen. Denn er würde Krieg, Ölkrise und Hormus-Blockade entschärfen. Doch Kritiker fragen mit Blick auf Obamas Abkommen: Brachte der Krieg in diesem Jahr wirklich bessere Resultate – vor allem beim Atom-Showdown? Kritiker sagen nein. Andere Experten sehen auch den Trump-Deal kritisch, verweisen aber darauf, dass die militärischen und atomaren Möglichkeiten der Mullahs zumindest stark eingeschränkt wurden und ihre Proxy-Armeen dezimiert seien. Außerdem müssten die Mullahs ernsthaft um ihr Leben fürchten, sollten sie Dummheiten machen.



