Heuschnupfen in Sachsen-Anhalt: Pollensaison wird heftiger und länger
Heuschnupfen: Pollensaison wird heftiger und länger

Menschen mit Heuschnupfen in Sachsen-Anhalt leiden derzeit vermehrt unter tränenden Augen, Niesanfällen und laufender Nase. Die Pollensaison hat mit den steigenden Temperaturen begonnen und fällt inzwischen früher, intensiver und länger aus als noch vor einigen Jahren.

Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Pollen, insbesondere von Gräsern und Bäumen. Der Begriff stammt aus einer Zeit, als man beobachtete, dass Menschen beim Umgang mit Heu typische Beschwerden entwickelten. Heute wird er auch für Allergien gegen Frühblüher wie Birke, Erle oder Hasel verwendet.

Erkältung oder Allergie?

Die Symptome einer Pollenallergie ähneln denen einer Erkältung: Husten, Niesen, Halskratzen. Doch es gibt Unterschiede. Eine Erkältung beginnt schleichend, klingt nach etwa einer Woche ab und ist wetterunabhängig. Allergische Beschwerden setzen oft plötzlich mit heftigen Niesattacken und juckenden Augen ein, halten über Wochen an und treten besonders bei trockenem, sonnigem Wetter auf. Wenn klassische Erkältungsmittel keine Besserung bringen, könnte eine Pollenallergie vorliegen, so der Deutsche Allergie- und Asthmabund.

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Wann ist die Pollenbelastung besonders hoch?

Jede Pflanzenart blüht zu unterschiedlichen Zeiten. Regen senkt die Pollenkonzentration in der Luft deutlich. In Mitteleuropa sind erste Pollen teils schon ab Januar in der Luft. Die höchsten Belastungen treten meist im April und Juli auf, wenn Gräser und Beifuß blühen. Für viele Betroffene endet die Saison jedoch erst mit dem ersten Schneefall, denn die aus den USA eingeschleppte Ambrosia blüht ab August. Anschließend starten Frühblüher wie die Hasel bereits im Winter.

Aktuelle Pollenlage: Buche und Eiche legen zu

Derzeit sind bundesweit Eichen- und Buchenpollen auf dem Vormarsch, regional auch Gräserpollen. Kiefern- und Fichtenpollen nehmen stark zu. Roggen-, Ampfer- und Wegerichpollen sind ebenfalls in der Luft. Die Birkenpollenbelastung lässt dagegen nach. Platane, Weide, Zypressengewächse und Raps gehen ihrem Ende entgegen.

In Sachsen-Anhalt müssen Allergiker in den kommenden Tagen mit einer leichten Belastung durch Gräser- und Birkenpollen rechnen, während Buche und Eiche landesweit deutlich zulegen. Der Wetterdienst Wetter Online erwartet eine hohe Gesamtbelastung. Entlastung gibt es derzeit für Allergiker gegen Erle, Esche, Hasel, Pappel, Roggen, Ulme und Wegerich.

Klimawandel verschärft Pollenallergien

Durch den Klimawandel beginnt die Vegetationsperiode früher, Blühphasen verlängern sich. Einzelne Arten wie die Erle blühen teils schon im Dezember. Der Pollenflug hat spürbar zugenommen, neue Pollenarten kommen hinzu, und die Zahl der Allergiker steigt. Mildere Temperaturen im Winter und Spätherbst führen dazu, dass die Saison früher startet und länger anhält. Immer mehr Menschen sind nicht nur saisonal, sondern teils das ganze Jahr über betroffen.

Die zunehmende Pollenmenge betrifft nicht nur Allergiker. Je häufiger und länger Pollen in der Luft sind, desto größer ist auch für gesunde Menschen das Risiko, eine Allergie zu entwickeln – besonders bei entsprechender Veranlagung. Hitze, Luftverschmutzung und Trockenheit setzen Pflanzen unter Stress und verändern die Pollen: Ihre Eiweißbestandteile werden aggressiver und können das Immunsystem stärker reizen oder überhaupt erst eine Sensibilisierung auslösen.

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