Jahrelange Brandserie in Groß Polzin: Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Gemeinde Groß Polzin wird seit Jahren von einer mysteriösen Brandserie heimgesucht. Nach aktuellen Angaben von Bürgermeister Sebastian Hornburg zählen etwa 30 Brände zu der Serie, die einen Gesamtschaden von rund 500.000 Euro verursacht haben. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass mehrere der angezündeten Gebäude im Besitz der Gemeinde selbst stehen.
Neues Sicherheitssystem soll Klarheit schaffen
Um ihre eigenen Immobilien besser zu schützen, hat die Gemeindevertretung beschlossen, ein modernes Transponderschließsystem für etwa 9.000 Euro zu installieren. Dieses System ermöglicht eine präzise Protokollierung, wer wann welche Gebäude betritt. "Bei den Gemeinde-Immobilien liegt nahe, dass der Täter sogar einen Schlüssel besitzt", erklärt Bürgermeister Hornburg. Allerdings könne man aus den zurückliegenden Jahrzehnten nicht mehr nachvollziehen, wer dafür in Betracht kommen könnte.
Freiwillige Speichelproben von Feuerwehrleuten
Parallel zu den technischen Sicherheitsmaßnahmen laufen intensive polizeiliche Ermittlungen. In einem bemerkenswerten Schritt haben bereits zehn Feuerwehrleute auf freiwilliger Basis Speichelproben abgegeben, die aktuell beim Landeskriminalamt (LKA) zur Auswertung vorliegen. Bürgermeister Hornburg, der selbst aktives Mitglied der örtlichen Feuerwehr ist, gehört zu den Probanden.
Der Personenkreis wurde laut Hornburg auf Grundlage des zurückliegenden Einsatzgeschehens und der Beteiligten an den Löscheinsätzen ermittelt. Ein konkreter Verdacht gegen eine einzelne Person leitet sich daraus jedoch noch nicht ab. Erste Ergebnisse der Untersuchungen werden für Mai erwartet. Der Kreis der Probanden könnte im Zuge der weiteren Ermittlungen noch ausgeweitet werden.
Angst und Unsicherheit im Dorf
Die anhaltende Brandserie hat in der Gemeinde tiefe Spuren hinterlassen. "Mit jedem Brand geht immer wieder die Angst um, dass auch das eigene Hab und Gut irgendwann zu Schaden kommen könnte", beschreibt Hornburg die Stimmung. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass in der Vergangenheit teils mehrere Brandherde mit zeitlichem Versatz angezündet wurden – vermutlich, um die Einsatzkräfte während der Löscharbeiten vor zusätzliche Probleme zu stellen.
Bürgermeister Hornburg, der selbst als Feuerwehrmann bei mehreren Brandeinsätzen dabei war, äußerte bereits früher: "Es ist ein mulmiges Gefühl bei jedem Einsatz." Die Menschen vor Ort wünschen sich nichts sehnlicher als endlich Klarheit und die Ergreifung des Täters, um die langjährige Unsicherheit zu beenden.



