Markus Babbel im Exklusiv-Interview: Warum der FC Bayern das Triple nicht gewinnen sollte
Babbel: Bayern soll Triple verpassen - Interview-Enthüllungen

Ex-Profi Markus Babbel im exklusiven Gespräch: Seine Wünsche für Bayern und Stuttgart

Der ehemalige Abwehrspieler Markus Babbel, der sowohl für den FC Bayern München als auch für den VfB Stuttgart aktiv war, hat in einem umfangreichen Interview mit der AZ deutliche Worte gefunden. Babbel äußerte den Wunsch, dass der FC Bayern in dieser Saison nicht alle drei möglichen Titel gewinnen sollte. "Bei mir schlagen zwei Herzen in der Brust", gestand der 53-Jährige und fügte hinzu: "Deswegen würde es mich freuen, wenn sie nur zwei Titel gewinnen: die Champions League und die Meisterschaft. Im DFB-Pokal können sie das Finale gerne unglücklich gegen den VfB verlieren."

Vom Fußballprofi zum DJ Bavaria: Babbels musikalische Leidenschaft

Neben dem Fußball stand auch Babbels ungewöhnliche zweite Karriere im Fokus des Gesprächs. Unter dem Künstlernamen "DJ Bavaria" tritt der Ex-Profi mittlerweile auf Festivals wie den Wacken Open Air und in Berliner Clubs auf. "Der Name entstand tatsächlich in Stuttgart", verriet Babbel. "Ich sollte bei einem sehr guten Freund in seinem Modegeschäft auflegen. Weil mir keiner einfiel, meinte er: Du bist der Markus aus Bayern, du bist der DJ Bavaria."

Seine Liebe zur Musik begleitet ihn seit Kindertagen: "Ich war von klein auf Musikfan. Ich liebe Rockmusik und Metal. Mein Bruder und ich waren immer brav, aber mit der Musik konnten wir unsere Eltern ärgern. Es war also die Revolution gegen unsere Eltern." Im Profifußball seiner Zeit gab es diese musikalische Komponente noch nicht: "Das gab es zu meiner Zeit noch nicht. Da hatte jeder für sich einen Walkman auf den Ohren. Man konnte in der Kabine eine Nadel auf den Boden fallen hören."

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Analyse des Topspiels: VfB Stuttgart mit großer Chance

Babbel sieht für den VfB Stuttgart im anstehenden Bundesliga-Spiel in der Allianz Arena durchaus Möglichkeiten. "Dieses Spiel gegen Real Madrid hat ja jeden gepackt. Das hat mich als Fan gepackt, den Verein gepackt und natürlich auch die Spieler", analysierte er die Ausgangslage nach dem spektakulären Champions-League-Spiel des FC Bayern.

Der Ex-Verteidiger erwartet eine Rotation bei den Bayern: "Zusätzlich gehe ich davon aus, dass Vincent Kompany durchrotieren wird, weil nächsten Mittwoch schon das Pokalhalbfinale vor der Türe steht. Deswegen sehe ich da durchaus eine Möglichkeit, dass der VfB in der Allianz Arena punktet." Und er fügte deutlich hinzu: "Wenn wir ehrlich sind, braucht der VfB die Punkte mehr als der FC Bayern. Deswegen würde ich mich sogar sehr freuen, wenn die Bayern verlieren."

Stärken des VfB Stuttgart in dieser Saison

Babbel lobte die aktuelle Mannschaft des VfB Stuttgart ausführlich: "Sie haben junge Talente, die immer für besondere Momente zu haben sind. Gleichzeitig haben sie aber auch gestandene Spieler wie Angelo Stiller, Atakan Karazor oder Deniz Undav. Dieser Mix ist einfach fantastisch."

Besonders hervor hob er Trainer Sebastian Hoeneß: "Dazu haben sie mit Sebastian Hoeneß einen Trainer, der zum VfB passt. Er lässt mutig nach vorne spielen, will den Ball und Gegner laufen lassen. Für das ist der VfB ja schon zu meiner Zeit gestanden."

Kritik an der Bayern-Defensive und Zukunftsfragen

Beim Thema Defensivleistung des FC Bayern gegen Real Madrid wurde Babbel deutlich: "Ich habe noch kein Spiel erlebt, in dem zwei so große Vereine aufeinandertreffen und so wild verteidigen. Da will ich nicht mal die Verteidiger herausheben. Sie waren letztlich die Leidtragenden." Er sah das Problem bei der gesamten Mannschaft: "Absolut. Das war untypisch für die Bayern."

Zu Manuel Neuers Zukunft äußerte sich Babbel eindeutig: "Dieser Fehler ändert nicht meine Meinung zu ihm. Er ist nach wie vor einer der besten Torhüter, die es auf der Welt gibt. Ich würde mir wünschen, dass er Lust hat, weiterzumachen. Das würde auch Jonas Urbig guttun." Und er stellte klar: "Er würde bei mir immer einen Vertrag bekommen, wenn er sagt, dass er weitermachen möchte."

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Vincent Kompanys Erfolgsgeheimnis

Babbel erklärte, warum Vincent Kompany beim FC Bayern besser funktioniere als manche seiner Vorgänger: "Dadurch, dass er selbst bei großen Vereinen gespielt hat, weiß er, wie die funktionieren. Er stellt nicht sich, sondern den Klub und die Mannschaft in den Vordergrund. Das ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg."

Er zog einen interessanten Vergleich: "Diese Trainer hatten beim FC Bayern komischerweise immer den maximalen Erfolg – siehe Ottmar Hitzfeld, Jupp Heynckes und Hansi Flick. Und Kompany macht das nicht mal bewusst, sondern das ist einfach seine Art."

Position zu Jamal Musiala und der WM-Diskussion

Zur aktuellen Diskussion um Jamal Musialas WM-Teilnahme hatte Babbel eine klare Meinung: "Nein. Man hat gegen Real gesehen, welchen Impact er nach seiner Einwechslung hatte. Er wirkt jetzt wieder frei." Und er warnte: "Und wenn wir uns als Deutschland den Luxus erlauben können, einen gesunden Jamal Musiala zu Hause zu lassen, dann müssten wir noch ein paar ordentliche Raketen am Start haben. Und die haben wir nicht."

Das Interview zeigt einen Markus Babbel, der trotz seiner Verbundenheit zu beiden Vereinen klare Präferenzen hat und nicht davor zurückschreckt, diese auch öffentlich zu äußern.