Brandstifter stirbt bei Feuer in Demmin: Elf Menschen gerettet, hoher Sachschaden
Brandstifter stirbt bei Feuer in Demmin: Elf Menschen gerettet

Brandstifter stirbt bei Feuer in Demmin: Elf Menschen gerettet, hoher Sachschaden

Ein verheerender Brand in Demmin hat zu einem tragischen Tod und erheblichen Schäden geführt. Die Polizei bestätigt, dass es sich um Brandstiftung handelt. Der mutmaßliche Täter, ein 39-Jähriger, kam bei dem Feuer ums Leben. Für die Nachbarn und Rettungskräfte entwickelte sich der Samstagabend zu einem Schreckensszenario.

Dichter Rauch und verzweifelte Rufe

Kurz nach 19 Uhr rückten die Einsatzkräfte zum Brandort an der Ecke Goethe-Straße/Reiferstraße aus. Dichter, schwarzer Rauch stieg aus dem Dachgeschoss auf. Verzweifelte Menschen standen an den Fenstern und riefen um Hilfe. Das Einsatzstichwort lautete: "Feuer groß/Feuer im Hausflur". Flammen, Hitze und gefährliche Brandgase versperrten den Mietern den Fluchtweg.

Schon während der Anfahrt erhielt die Demminer Feuerwehr die Information, dass sich noch elf Personen im Gebäude befanden. Alarmiert wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften. Neben den Demminern rückten auch die Feuerwehren aus Utzedel mit der Löschgruppe Teusin sowie aus Loitz an. Letztere brachte eine zweite Drehleiter mit.

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Menschenrettung unter schwierigen Bedingungen

Sieben Personen konnten durch die Feuerwehr über die Drehleitern aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht werden. Darunter befanden sich vier Kinder im Alter von drei, sechs, zwölf und 14 Jahren, zwei Männer im Alter von 38 und 56 Jahren und eine 37-jährige Frau. Ein weiterer Hausbewohner wurde über den Flur gerettet.

Unter schwerem Atemschutz drangen die Feuerwehrleute parallel dazu ins Gebäude vor und löschten den Brand. Der Kreisfeuerwehrverband Mecklenburgische Seenplatte lobte das Zusammenspiel aller Beteiligten. In einem Schreiben bedankte er sich bei allen Einsatzkräften.

"Ihr habt als Feuerwehren ruhig, strukturiert und hochprofessionell gearbeitet", so der Verband. "Insbesondere die Menschenrettung – unter anderem über Drehleitern – wurde unter schwierigen Bedingungen sicher durchgeführt."

Medizinische Hilfe und ein Todesopfer

Zur Unterstützung eilten medizinische Kräfte aus der gesamten Region herbei. Hausbewohner und Helfer mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung wurden durch Notärzte vor Ort betreut und ins Kreiskrankenhaus Demmin gebracht. Ein 39-jähriger Hausbewohner wurde leblos aus seiner Wohnung im Dachgeschoss geborgen. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen verstarb er am Brandort.

Drei Notarztwagen und etliche Rettungswagen waren im Einsatz. Der Kreisfeuerwehrverband betonte: "Solche Einsatzlagen sind keine Selbstverständlichkeit. Wir trainieren solche Szenarien regelmäßig. Aber im Ernstfall ruhig, besonnen und professionell zu handeln, zeigt euer Können und eure Erfahrung."

Ermittlungen rasch abgeschlossen

Noch während des Einsatzes nahm der Kriminaldauerdienst Neubrandenburg die Ermittlungen auf. Diese konnten sehr rasch abgeschlossen werden. Die Polizei erklärte: "Wir schicken keinen Brandursachenermittler in das Gebäude." Der Tatverdächtige sei der Verstorbene, somit gilt der Fall als gelöst.

Augenzeugenberichten zufolge soll einer der Mieter im Treppenhaus Benzin vergossen und sich dabei selbst mit angezündet haben. Die Polizei bestätigte "eindeutige Hinweise". Der 39-Jährige sei "mehrfach polizeibekannt, für verschiedene Delikte". Vor dem Brand soll es mehrfach Streit zwischen ihm und anderen Mietern gegeben haben.

Hundertausende Euro Schaden

Der durch die Brandstiftung entstandene Sachschaden wird von der Polizei auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Insgesamt wohnen 14 Personen in dem Mehrfamilienhaus. Zumindest die unmittelbar geschädigten Wohnungen sind derzeit nicht bewohnbar. Durch das Ordnungsamt und den Hauseigentümer wurden umgehend Ausweichunterkünfte zur Verfügung gestellt.

Das Amt Demmin-Land, das in dem Gebäude ebenfalls seinen Sitz hat, ist von dem Brand betroffen. Der Leitende Verwaltungsbeamte Jörg Puchert erklärte: "Wir haben einen Wasserschaden in mindestens vier Räumen." Das Löschwasser sei in die Zwischendecken gelaufen. Die Amtsverwaltung könne weiter arbeiten, wenn auch eingeschränkt.

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Das Gebäude hat zwei Eigentümer: Neben dem Amt Demmin-Land, dem etwa ein Viertel des Hauses gehört, gibt es noch einen Eigentümer aus dem Amt Jarmen-Tutow. In dem Gebäude befand sich früher die Genossenschaftsmolkerei. Ende der 90er Jahre habe die Amtsverwaltung einen Teil erworben und später weitere Räume angemietet.