Nach Schüssen in Bremen: Polizei fahndet öffentlich nach zwei gefährlichen Verdächtigen
Nach einer Serie von Gewalttaten mit Schusswaffen in mehreren Bremer Stadtteilen hat die Polizei zwei tatverdächtige Männer identifiziert und sucht nun öffentlich nach ihnen. Die Ermittlungen werden von der eigens eingerichteten Sonderkommission "Fokus" geführt, die nach der Eskalation der Gewalt auf offener Straße ins Leben gerufen wurde.
Öffentliche Fahndung mit Warnung vor Gefährlichkeit
Die Bremer Polizei und Staatsanwaltschaft veröffentlichten Fotos eines 35-Jährigen und eines 39-Jährigen und bitten die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche. "Beide sind derzeit flüchtig, nach ihnen wird mit Hochdruck gefahndet", teilte die Polizei mit. Gleichzeitig warnen die Beamten ausdrücklich vor einer direkten Konfrontation: "Beide Männer gelten als gefährlich". Zeugen werden aufgefordert, umgehend die Polizei zu verständigen, anstatt die Verdächtigen selbst anzusprechen.
Verdacht auf Beteiligung an mehreren Gewalttaten
Nach Angaben der Ermittler stehen die beiden Männer im dringenden Verdacht, an Gewalttaten mit Schüssen in den Bremer Stadtteilen Walle, Neustadt und Obervielland beteiligt gewesen zu sein. Die Sonderkommission "Fokus" konnte durch intensive Ermittlungsarbeit die Verdächtigen identifizieren, was die Polizei als "weiteren entscheidenden Ermittlungsschritt" wertet.
Die Beschreibung der Gesuchten:
- Der 35-Jährige soll etwa 180 Zentimeter groß sein, dunkle Haare haben und sein Erscheinungsbild wiederholt verändern
- Der 39-Jährige soll etwa 169 Zentimeter groß sein, schwarzes, schütteres Haar haben und zuletzt einen Vollbart getragen haben
Fünf Schusswaffenvorfälle im März
Die jüngste Tat ereignete sich Ende März im Ortsteil Kattenturm, wo ein Unbekannter einem 60-Jährigen in die Beine schoss. Der schwer verletzte Mann musste in einer Klinik operiert werden. Dieser Vorfall markierte den fünften Schusswaffenvorfall in Bremen innerhalb eines Monats. Insgesamt wurden im März mehrere Männer durch Schüsse verletzt, ein 32-Jähriger starb an seinen Verletzungen.
Ermittlungserfolg und politische Reaktion
Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) betonte in einer Stellungnahme, dass die Taten "mit aller Konsequenz" verfolgt würden. "Dass die Soko 'Fokus' nun so schnell einen ersten Erfolg erzielt hat, bestätigt diesen Kurs", sagte Högl und dankte den Ermittlern für ihre Arbeit. Sie fügte hinzu: "Die enge Zusammenarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft zahlt sich aus. Für die Menschen in den betroffenen Stadtteilen gilt: Wir lassen Gewalt auf offener Straße nicht zu."
Bereits am Donnerstag hatten Einsatzkräfte der Sonderkommission mit Unterstützung von Spezialkräften mehrere Wohnungen in Bremen sowie im benachbarten Niedersachsen durchsucht. Die Soko "Fokus" besteht aus Experten verschiedener Polizeibereiche und überprüft auch mögliche Zusammenhänge zwischen den einzelnen Gewalttaten. Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren, während die öffentliche Fahndung nach den beiden Verdächtigen intensiviert wurde.



