Cat-Spanking: Harmloser Trend oder Tierquälerei?
Cat-Spanking: Harmloser Trend oder Tierquälerei?

Wer bei Cat-Spanking an eine Praktik aus der SM-Szene denkt, liegt gar nicht mal so falsch. Tatsächlich geht es bei diesem Social-Media-Trend darum, der Katze den Hintern zu versohlen. Aber nicht wegen eines Fetisches, sondern weil die Tiere das toll finden sollen. Das behaupten zumindest die Besitzer. Katzenverhaltensexpertin Saskia Schneider sieht das allerdings anders. Warum ein harmlos wirkender Trend für Katzen gar nicht mal so harmlos ist, lesen Sie hier.

Was ist Cat-Spanking?

Unter dem Hashtag „Cat-Spanking“ finden sich zahlreiche Videos. Sie zeigen, wie Katzen von ihren Haltern auf den Hinterkörper geschlagen werden. Mal mit der flachen Hand, mal sogar mit Gegenständen oder Schnüren, die wie Peitschen geschwungen werden. Die Klickzahlen gehen in die Zehntausende. In den Kommentaren behaupten viele Halter, ihre Tiere würden das lieben. Doch ein genauer Blick auf die Katzen erzählt oft eine ganz andere Geschichte, wie ich auch auf PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) erkläre.

Wenn Katzen Stress zeigen

Viele Tiere wirken in den Clips alles andere als entspannt. Ihre Ohren sind nach hinten gerichtet, der Körper ist steif, die Augen wirken groß und angespannt. Manche zucken, miauen oder drehen sich weg. Das sind klare Warnzeichen. Die Katze fühlt sich unwohl oder sogar bedroht. Einige Tiere verharren regungslos – ein Zustand, der leicht mit Ruhe verwechselt wird. Tatsächlich steckt oft Stress dahinter. Zwar gibt es einzelne Katzen, die die Situation scheinbar tolerieren oder sogar aktiv suchen. Doch das ist die Ausnahme, nicht die Regel.

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„Sie kann doch einfach weggehen“

Viele glauben, ihrer Katze würde die Behandlung gefallen. Sonst könnte sie ja auch weggehen. Doch so einfach ist es nicht. Nicht jede Katze reagiert mit Flucht oder Angriff. Manche Tiere „frieren“ regelrecht ein, wenn ihnen etwas unangenehm ist. Sie bleiben still sitzen und ertragen die Situation. Sie kennen das vielleicht vom Tierarzt. Dann denken viele Halter, ihr Haustier sei besonders brav, dabei hat das Tier innerlich hohen Stress. Während Stress bei notwendigen medizinischen Behandlungen unvermeidbar sein kann, ist dieser beim Cat-Spanking unnötig und ohne jeden Nutzen für das Tier. Gerade unsichere oder ängstliche Katzen können dadurch regelrecht traumatisiert werden.

Ein riskanter Trend

Auch wenn nicht jede Katze sofort körperlich geschädigt wird, bleibt es ein grundsätzliches Problem. Für viele Tiere ist das Schlagen ein Übergriff, vor allem, wenn sie währenddessen immer wieder deutlich signalisieren: Ich will das nicht – bitte hör auf damit. Die meisten übersehen das jedoch. Wir gehen davon aus, dass Katzen immer gleich zubeißen oder kratzen, wenn ihnen was nicht passt. Aber auch Kopfdrehen, direktes Anblicken, zurückgelegte Ohren, Miauen können Signale sein, dass die Katze unglücklich mit der Situation ist. Wer trotzdem weitermacht, kann das Vertrauen seiner Katze beschädigen. Dazu kommt: Social Media vermittelt ein falsches Bild. Der Eindruck entsteht, Katzen würden solche Behandlung grundsätzlich mögen – doch das Gegenteil ist oft der Fall.

Mag meine Katze Cat-Spanking? So erkennen Sie es

Wie erkennen Sie nun, ob Ihre Katze nicht doch zu den wenigen verrückten gehört, die so eine Behandlung toll finden? Dafür empfehle ich einen einfachen Test: Beginnen Sie langsam damit, ihre Katze am Hinterteil zu berühren und es leicht mit der flachen Hand abzuklopfen. Dann kurz aufhören. Kommt die Katze aktiv zurück und fordert mehr ein, ist das ein gutes Zeichen. Wendet sie sich ab oder wirkt angespannt, sollten Sie sofort aufhören.

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