Collien Fernandes zeigt Ex-Mann wegen virtueller Vergewaltigung an
Die Schauspielerin Collien Fernandes hat schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben. Sie zeigte ihn wegen sogenannter virtueller Vergewaltigung an und wirft ihm vor, Fotos manipuliert und ins Internet gestellt zu haben. Beide waren erst kürzlich beim Bundespresseball 2024 gemeinsam zu sehen.
Jahrelange Belästigung durch Fake-Profile
Fernandes schreibt auf Instagram: „Jahrelang wurden unter meinem Namen Fake-Profile erstellt, die sich eng mit meinem beruflichen Umfeld vernetzten, vor allem Männer kontaktierten.“ Der Fall zeigt exemplarisch, wie verbreitet digitale Gewalt mittlerweile ist.
Was tun bei Deepfakes und manipulierten Inhalten?
Wenn Sie Opfer von Deepfakes, manipulierten intimen Bildern, Fake-Videos oder gefälschten Profilen geworden sind, sollten Sie strukturiert vorgehen:
- Sofort an die Plattform wenden: Instagram, TikTok oder X bieten Meldefunktionen für Missbrauch, Identitätsdiebstahl oder nicht einvernehmliche intime Inhalte.
- Komplette Konten melden: Beratungsstellen raten, nicht nur einzelne Inhalte, sondern gleich das gesamte Fake-Profil zu melden.
- Internet-Beschwerdestelle nutzen: Eine zentrale Anlaufstelle für problematische oder illegale Inhalte ist die gemeinsame Stelle von eco und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter.
Rechtliche Verpflichtungen der Plattformen
Nach geltendem EU-Recht sind Anbieter verpflichtet, rechtswidrige Inhalte zu entfernen. Sie müssen ihre Entscheidungen grundsätzlich begründen und eine Möglichkeit zum Widerspruch einräumen. Bleibt ein Inhalt trotz Meldung online, lässt sich seine Sichtbarkeit teilweise einschränken.
KI erleichtert Herstellung sexualisierter Fakes massiv
Fachstellen warnen, dass KI-gestützte Werkzeuge die Erstellung sexualisierter Fakes deutlich vereinfachen. Das Center for Countering Digital Hate schätzt, dass nach dem Start einer neuen Bildfunktion von Grok binnen elf Tagen rund drei Millionen sexualisierte Fakes erzeugt wurden.
Wie verbreitet ist digitale Gewalt wirklich?
Die Dunkelfeldstudie LeSuBiA von Bundeskriminalamt, Bundesinnenministerium und Bundesfamilienministerium zeigt das Ausmaß: In den vergangenen fünf Jahren war jede fünfte Frau und jeder siebte Mann von Onlinestalking, belästigenden Nachrichten oder ähnlichen Angriffen betroffen.
Praktische Hilfsangebote für Betroffene
- HateAid: Bietet kostenlose und unverbindliche Beratung für Opfer digitaler Gewalt.
- Juuuport: Berät Jugendliche und junge Erwachsene kostenlos und vertraulich bei Problemen im Netz.
- Anna Nackt: Spezialisiert auf Hilfe bei geleakten Nacktbildern oder Fake-Pornos.
- Google De-Indexing: Ermöglicht die Entfernung expliziter oder intimer Bilder sowie sensibler persönlicher Daten aus Suchergebnissen.
Beweise sichern und rechtliche Schritte einleiten
Polizei und Beratungsstellen raten dringend, Beweise sofort zu sichern:
- Vollständige Screenshots oder Bildschirmaufnahmen
- Exakte Internetadressen und Kontonamen
- Datum und Uhrzeit der Vorfälle
In solchen Fällen wird zur Strafanzeige bei einer Polizeidienststelle oder, wo verfügbar, über die Onlinewache geraten. Der Fall von Collien Fernandes zeigt, dass auch Prominente vor digitaler Gewalt nicht gefeit sind und rechtliche Mittel ergreifen müssen.



