Digitaler Blackout: Darum war das Internet gestern Abend lahmgelegt
Eine heftige Störung bei einem zentralen Dienstleister hat in der Nacht große Teile des deutschen Internets lahmgelegt. Zahlreiche Nutzer konnten plötzlich nicht mehr auf Websites mit der Endung „.de“ zugreifen. Wer etwa nach „bild.de“ suchte, erhielt lediglich eine Fehlermeldung. Grund war eine Störung im DNS-Service der Registrierungsstelle DENIC.
Wie DNS-Dienste funktionieren
DNS-Dienste arbeiten wie ein Adressbuch für das Internet. Die Registrierungsstelle DENIC verbindet die gewünschten Internetseiten mit einer Domain. So ist es möglich, dass die Eingabe von „bild.de“ im Browser tatsächlich zur richtigen Seite führt. Ohne DNS landen Nutzer beim Eingeben einer Web-Adresse im digitalen Nirgendwo. DNS-Dienste verknüpfen die bekannten Namen mit einer numerischen Adresse. Dies ist vergleichbar mit einem Kontakt im Handy, dem plötzlich die Telefonnummer fehlt – ohne sie kann man nicht anrufen.
Störung von 22 bis 2 Uhr
Besonders betroffen waren in der Nacht Internetseiten, die mit dem Sicherheitsprotokoll DNSSEC geschützt sind. Die Registrierungsstelle meldete die Probleme am späten Dienstagabend gegen 22 Uhr. Gegen 2 Uhr gab DENIC Entwarnung: Die Störung sei behoben. Die genaue Ursache werde noch analysiert und später mitgeteilt. Ausfälle aufgrund von Problemen bei DNS-Diensten verschiedener Anbieter gab es in der Vergangenheit immer wieder.
Die DENIC eG ist die zentrale Registrierungsstelle für alle Domains mit der Endung „.de“. Über 17 Millionen Domains sind bei der Genossenschaft registriert. „Sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen, wird DENIC diese transparent zur Verfügung stellen“, schreibt das Unternehmen auf seiner Website.



