Wenn ein nahestehender Mensch an einer Depression erkrankt, fühlen sich Familie und Freunde oft hilflos. Der Betroffene zieht sich zurück, hat kaum Antrieb und findet an nichts mehr Freude. Viele Angehörige möchten helfen, wissen aber nicht wie. Gut gemeinte Ratschläge wie „Denk doch mal positiv“ sind kontraproduktiv. Doch was hilft wirklich?
Zuhören und Verständnis zeigen
Prof. Ulrich Voderholzer, Ärztlicher Direktor an der Schön Klinik Roseneck, betont: „Zeit nehmen, mit den Betroffenen zu reden, in aller Ruhe, ohne Vorwürfe, zuhören und validieren.“ Angehörige sollten vermitteln, dass sie die Antriebslosigkeit verstehen. Statt vorschneller Ratschläge ist es wichtig, die Situation so anzuerkennen, wie sie ist.
Was man vermeiden sollte
„Für Menschen mit einem psychischen Problem ist es schlimm, wenn andere das nicht wahrnehmen oder akzeptieren wollen oder gar Sätze sagen wie 'Jetzt reiß dich doch einfach mal zusammen'“, so der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Solche Äußerungen können die Symptome verstärken und das Vertrauen zerstören.
Hilfreiche Angebote und Hoffnung geben
Hilfreicher als viele Ratschläge ist oft ein einfacher Vorschlag: „Lass uns mal einen Spaziergang zusammen machen.“ Gleichzeitig ist es wichtig, Hoffnung zu signalisieren – nach dem Motto: Es gibt immer Wege aus der Depression. Auch die Ermutigung, eine Therapie wahrzunehmen, kann entscheidend sein. „Eine der schlimmsten Rückmeldungen, die man depressiven Menschen geben kann, ist, Hoffnung zu zerstören“, warnt Voderholzer. Sich Hilfe zu suchen, sei ein Zeichen von Stärke.
Erste Hilfsangebote bei Depressionen
- Die Telefonseelsorge ist anonym und kostenlos rund um die Uhr erreichbar unter 08 00/1 11 01 11 oder 08 00/1 11 02 22.
- Informationen und Unterstützung bietet die Stiftung Deutsche Depressionshilfe auf ihrer Webseite.
- Erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Depressionen kann auch die hausärztliche Praxis sein.



