DNA-Spur nach 33 Jahren führt zu lebenslanger Haft für Frauenmörder in Bonn
Fast 34 Jahre lang quälte die Ungewissheit die Angehörigen von Bettina D., die 1992 in Bonn vergewaltigt und ermordet wurde. Am Montag setzte das Bonner Landgericht diesem Albtraum ein Ende, indem es den Täter Christian H. (59) zu lebenslanger Haft verurteilte. Der Gelegenheitsarbeiter hatte damals bereits lange Vergewaltigungsfantasien und trug stets einen Rucksack mit Maske und Alkohol bei sich.
Der grausame Mord im Jahr 1992
In den Morgenstunden des 18. Oktober 1992 war Christian H. in Bonn mit dem Fahrrad unterwegs, auf der Suche nach einem Opfer. Zufällig entdeckte er die 29-jährige Stewardess Bettina D., die für British Airways arbeitete. Er folgte ihr in den Hausflur, drängte sich in ihre Wohnung, fesselte sie und zwang sie, Alkohol zu trinken sowie einen Joint zu rauchen. Anschließend vergewaltigte er die Frau und erdrosselte sie mit einem Kabel. Um Spuren zu verwischen, zündete er die Wohnung an und flüchtete unerkannt.
Moderne Technik bringt die Wende
Drei Jahrzehnte lang blieb der Fall ungelöst, bis die Polizei mit moderner DNA-Technik eine entscheidende Spur auswertete. Während der Vergewaltigung war Sperma des Täters auf der Kleidung des Opfers gelandet. Da Christian H. nach dem Mord weitere Frauen vergewaltigt und zahlreiche andere Straftaten begangen hatte, fand sich seine DNA in einer polizeilichen Datei. Dies ermöglichte die Zuordnung und führte schließlich zu seiner Verhaftung.
Reaktionen der Angehörigen
Dagmar D. (60), die Schwester der Ermordeten, äußerte sich nach der Urteilsverkündung: „Ich bin dankbar dafür, dass die Polizei ihn gefunden hat und den Fall nach so vielen Jahren aufgeklärt hat.“ Gleichzeitig betonte sie: „Meine Schwester bringt mir dieses Urteil natürlich nicht zurück.“ Das Urteil ist derzeit noch nicht rechtskräftig und könnte möglicherweise angefochten werden.
Die Aufklärung dieses jahrzehntealten Falls unterstreicht die Bedeutung fortschrittlicher Ermittlungstechniken in der Kriminalistik. Sie bietet den Angehörigen zwar keine vollständige Heilung, aber zumindest ein Maß an Gerechtigkeit und Abschluss nach langen Jahren des Wartens und der Ungewissheit.



