Drei Tote bei Unglück in Lederfabrik: Kriminalpolizei ermittelt zu Chemikalien-Grube
Drei Tote in Lederfabrik: Kriminalpolizei ermittelt zu Grube

Drei Tote bei Unglück in Lederfabrik: Kriminalpolizei übernimmt Ermittlungen

Bei einem schweren Arbeitsunfall in einer Lederfabrik und Pelzgerberei im hessischen Runkel sind drei Menschen ums Leben gekommen. Das Polizeipräsidium Westhessen hat mitgeteilt, dass nun die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernimmt, um die genaue Todesursache der Opfer zu klären.

Chemikalien in Grube im Fokus der Untersuchungen

Im Zentrum der Ermittlungen stehen die Chemikalien in einer Grube der Gerberei, die jetzt eingehend untersucht werden müssen. Nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gehen die Behörden davon aus, dass es in dieser Grube zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen ist, die zum Tod der Arbeiter führte.

Die drei Verunglückten waren im Alter von 38, 58 und 59 Jahren. Zwei weitere Männer wurden schwer verletzt und befanden sich auch in der Nacht nach dem Unglück noch in Lebensgefahr. Eine Polizeibeamtin sprach am Morgen nach dem Vorfall von einem kritischen Zustand der Verletzten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Einsatz von 150 Rettungskräften

Rund 150 Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und Gefahrenabwehr waren zeitweise im Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und die Verletzten zu versorgen. Der Unglücksort im 9500-Einwohner-Städtchen Runkel im Kreis Limburg-Weilburg wurde am Donnerstagabend gegen 21 Uhr von Innenminister Poseck besucht.

"Hessen trauert um die Menschen, die heute hier durch eine schreckliche Tragödie ihr Leben verloren haben", sagte Poseck. "Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und den Schwerverletzten in diesen für alle sehr schweren Stunden."

Stadt Runkel in tiefer Trauer

Runkels Bürgermeisterin Antje Hachmann zeigte sich zutiefst erschüttert von den Ereignissen. "Wir sind eine nicht so große Stadt und man kennt sich hier", sagte sie. "Das Bild der Lage war bei meiner Ankunft an der Lederfabrik schlimmer als erwartet. Ich musste einmal durchatmen, bevor ich aus dem Auto ausgestiegen bin."

Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) äußerte sich ebenfalls bestürzt: "Ich bin zutiefst erschüttert und in Gedanken bei den Angehörigen. Ich wünsche den Verletzten viel Kraft und baldige Besserung." Rhein und Poseck dankten allen Einsatzkräften, die vor Ort "mit großem Einsatz geholfen haben".

Trauergottesdienst und Gedenken geplant

Die Stadt Runkel plant für den Freitagabend einen ökumenischen Trauergottesdienst von 18 bis 20 Uhr, bei dem Bürgerinnen und Bürger innehalten können. Zudem sollen ab 19 Uhr in Runkel und im Stadtteil Schadeck die Kirchenglocken läuten – "als Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit", so Bürgermeisterin Hachmann.

Die Stadt wird ihre Fahnen auf halbmast setzen. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Einsatzkräften und Betroffenen dieses Ereignisses", schrieb Hachmann in einer Mitteilung.

Nach ersten Erkenntnissen waren die Arbeiter nacheinander in die Grube gestiegen und dort verunglückt. Die genauen Umstände des Unglücks werden nun von der Kriminalpolizei untersucht, wobei insbesondere die Chemikalien in der Grube im Fokus stehen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration