Am Landgericht Halle hat der zweite Verhandlungstag im spektakulären Drogenprozess eine unerwartete Wendung genommen. Der 37-jährige Angeklagte, ein syrischer Staatsbürger, der beschuldigt wird, 333 Kilogramm einer Partydroge in die Region Halle geschmuggelt zu haben, erklärte vor Gericht: „Ich habe das Gefühl, dass mein Leben in Gefahr ist. Ich will einen neuen Anwalt.“
Überraschende Forderung des Angeklagten
Die Aussage sorgte für Aufsehen im Gerichtssaal. Der Mann hatte zuvor geschwiegen, doch nun brach er sein Schweigen mit einer dramatischen Ankündigung. Sein bisheriger Verteidiger zeigte sich sichtlich betroffen. Die Frage, ob ein Anwaltswechsel rechtlich möglich ist, wird nun geprüft. Nach deutschem Strafprozessrecht kann ein Angeklagter seinen Verteidiger wechseln, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa ein Vertrauensverlust oder eine Gefährdung der Verteidigung.
Hintergrund des Falls
Der Fall hat eine Vorgeschichte: Der Angeklagte soll die Drogen zwischen syrischen Oliven versteckt und nach Deutschland geschmuggelt haben. Der Fund bei einem Lebensmittelhändler nahe Halle war einer der größten in der Region. Die Ermittler gehen von einer professionellen Bande aus. Der Prozess wird fortgesetzt, während das Gericht über den Antrag auf Anwaltswechsel entscheiden muss.
Die Verteidigung argumentiert, dass das Sicherheitsgefühl des Mandanten ernst genommen werden müsse. Die Staatsanwaltschaft hingegen sieht darin möglicherweise eine Verzögerungstaktik. Der Richter kündigte an, zeitnah über den Antrag zu entscheiden. Bis dahin bleibt der bisherige Anwalt im Amt.



