Mexikos gefürchtetes Drogenkartell CJNG expandiert nach Europa
Der mexikanische Drogenboss Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, bekannt als El Mencho, wurde nach jahrelanger Fahndung getötet. Doch sein kriminelles Erbe lebt weiter: Das von ihm gegründete Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG) überschwemmt nicht nur Mexiko mit Drogen und Gewalt, sondern hat auch Europa fest im Visier.
Brutale Expansion über den Atlantik
Das CJNG handelt mit Kokain, Heroin, Fentanyl und Methamphetamin. Während tonnenweise Drogen in die USA geschmuggelt werden, hat das Kartell laut der europäischen Polizeibehörde Europol auch Europa erreicht. Die Organisation profitiert dabei von der Zusammenarbeit mit zahlreichen kriminellen Netzwerken innerhalb der Europäischen Union.
Diese Verbindungen ermöglichen den Drogenschmuggel in EU-Häfen und die effiziente Weiterverteilung der illegalen Substanzen. Besorgniserregend ist, dass die brutalen Kartell-Mitarbeiter mittlerweile auch mitten in Europa leben und operieren.
Deutschland im Fokus des Drogenhandels
Für Deutschland zeigen die Zahlen ein alarmierendes Bild. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes bestätigt: „Seit 2017 sind die Sicherstellungsmengen von Kokain in Deutschland signifikant angestiegen.“ Im Jahr 2023 stellten Ermittler eine Rekordmenge von 43 Tonnen Kokain sicher, 2024 waren es immer noch 24 Tonnen.
Der scheinbare Rückgang erklärt sich laut Ermittlern damit, dass die Schmuggler immer raffinierter vorgehen. Sie weichen auf alternative Routen über Häfen in Spanien und Frankreich aus, um ihre Ware nach Deutschland zu bringen.
Internationale Verflechtungen und spektakuläre Schläge
Die Kartelle nutzen typischerweise See- und Luftfracht, um größere Drogenmengen von Lateinamerika in die EU zu transportieren. Die häufigste Methode ist das Verstecken in legalen Waren wie:
- Lebensmitteln
- Baumaterialien
- technischen Geräten
Am 18. November 2025 gelang der spanischen Polizei ein spektakulärer Schlag gegen einen Jalisco-Ableger. Dabei wurden beschlagnahmt:
- knapp 1,9 Tonnen Kokain
- 375 Kilogramm Methamphetamin
- Kryptowährungen im erheblichen Wert
- 275.000 Euro in bar
- mehrere Waffen
- Luxusfahrzeuge
Verbindungen zur organisierten Kriminalität in Europa
Europol betont, dass sich Frachtsendungen meist nicht einem einzelnen Kartell zuordnen lassen. Dennoch gibt es zwei belegte Fälle, bei denen El Menchos Kartell aktiv war:
In Spanien wurde im November 2025 ein CJNG-Ableger zerschlagen, was zu 20 Festnahmen führte. Dabei wurden große Mengen Kokain und synthetische Drogen sichergestellt. Ermittlungen ergaben Verbindungen zur italienischen Mafia-Organisation Camorra, die beim Schmuggel half.
Ebenfalls 2025 wurde in Mexiko ein mutmaßlicher Angehöriger des CJNG nach seiner Ankunft aus Barcelona festgenommen. Diese Fälle zeigen die enge Verflechtung zwischen mexikanischen Kartellen und europäischen kriminellen Netzwerken.
Der Hafen von Rotterdam wird von Banden regelmäßig als Drogenumschlagsplatz genutzt. Für das Jahr 2025 liegen dem BKA noch keine abschließenden Zahlen vor, doch die Tendenz ist klar: Das CJNG und ähnliche Organisationen festigen ihre Präsenz in Europa.



